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Land Vorarlberg - Presse

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Presseaussendungen - Vorarlberger Landeskorrespondenz

Mittwoch, 6.5.2020 15:27 Uhr

Wasserwirtschaft/Strategie/Wallner/Gantner

Neue, aktualisierte Wasserwirtschafts-Strategie 2025

LH Wallner und LR Gantner: Wasserversorgung ist trotz Trockenheit und Corona-Krise sichergestellt

Bregenz (VLK) – Das Land Vorarlberg hat in der neuen, aktualisierten Wasserwirtschaftsstrategie die Ziele, die Strategie und die Maßnahmen der Landesverwaltung fixiert und Bilanz über die letzten fünf Jahre gezogen. „Der richtige und effektive Schutz unserer Gewässer, die Festlegung von Rahmenbedingungen für die nachhaltige Nutzung und der Schutz vor den Naturgefahren des Wassers sind die drei Säulen einer nachhaltigen Wasserwirtschaft“, betonen Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrat Christian Gantner.

Gerade in der aktuellen Zeit der Corona-Pandemie spielt ausreichend Wasser in guter Qualität eine sehr wichtige Rolle. „Unser Leitungswasser ist sicher und kann ohne Bedenken weiterhin konsumiert werden“, betont Landesrat Gantner. Wasser ist auch enorm wichtig für unsere Hygiene. Händewaschen ist gerade jetzt das Gebot der Stunde. Dafür steht dank der hervorragenden Arbeit aller im Bereich der Wasserversorgungsanlagen Beschäftigten ausreichend Wasser zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung.

Wasserwerke und Kläranlagen gehören zur sogenannten „kritischen Infrasturuktur“. Das sind also Betriebe, die unter allen Umständen funktionsfähig bleiben müssen. Deshalb gelten für die Beschäftigten dort auch strenge Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen. „Die Wasserver- und entsorgung ist also im Land Vorarlberg auch in diesen schwierigen Zeiten sichergestellt“, stellt der Landesrat fest: „Das garantieren die Verantwortlichen und Beschäftigten der zahlreichen Gemeindeanlagen, Genossenschaften und Wasserverbände.

Wasserwirtschaft – wichtige politische Zielsetzungen

Zu den zentralen Themen der Wasserwirtschaft: Schutz und Nutzung des Wassers sowie Hochwasserschutz wurden wesentliche politische Ziele formuliert, die auch in die Wasserwirtschaftsstrategie übernommen wurden. „Wir setzen uns für einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser ein. Wir sorgen dafür, dass in Vorarlberg auch in Zukunft sauberes Trinkwasser direkt aus dem Wasserhahn fließt, dass Abwässer in geklärtem Zustand wieder in den natürlichen Kreislauf zurückfließen und Hochwassergefahren aktiv und vorbeugend begegnet wird.“, erläutert Landeshauptmann Wallner.

Wasserwirtschafts-Strategie berücksichtigt Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel macht sich auch in der Wasserwirtschaft bemerkbar und bringt einige Herausforderungen mit sich. Zwar ist nach den derzeitigen Bewertungen der Klimaforscher keine Änderung der Jahresniederschlagmenge erwartbar, jedoch eine Verlagerung der Niederschlagsmengen vom Sommer- in das Winterhalbjahr. Es gibt ein erhöhtes Risiko für Starkregen, längere Hitzeperioden im Sommer führen zu hohen Verdunstungsraten, geringeren Abflüssen, Erwärmung der Gewässer und reduzierten Wassermengen aus den Quellen. Die höhere Schneefallgrenze im Winter bringt eine Erhöhung der Abflüsse im Winter.

Die Wasserwirtschaftsstrategie 2025 definiert die daraus resultierenden wesentlichen strategischen Maßnahmen zur Klimawandelanpassung:

• Absicherung der Wasserversorgung durch Verbundleitungen oder zusätzliche Quellerschließungen oder Brunnen
• Konsequente Fortsetzung des integralen Hochwasserschutzes, insbesondere auch der Eigenvorsorge und des Objektschutzes sowie der Entsiegelung, des Rückhaltes und der Versickerung im Siedlungsgebiet
• Konsequente Gewässerreinhaltung und Verhinderung zusätzlicher stofflicher Belastungen sowie Beschattung der Gewässer
• Fortsetzung des flächendeckenden Grundwassermonitorings zur Erhaltung der
krisensicheren Wasserversorgung forcieren

Konkrete Ziele und strategische Maßnahmen für alle Bereiche der Wasserwirtschaft

In der Wasserwirtschaftstrategie wurden für alle Handlungsfelder der Wasserwirtschaft die Ziele konkretisiert und strategische Maßnahmen definiert. Folgende Punkte sind neben den oben angeführten Maßnahmen der Klimawandelanpassung die wesentlichen Herausforderungen für die nächsten Jahre:

• Konsequenter Schutz unserer Trinkwasser- insbesondere der Grundwasserressourcen mit Forcierung der Ausweisung von Quellschutzgebieten
• Laufende Investition in die notwendige Erweiterung, aber auch die Sanierung und Instandhaltung der Infrastruktur von Wasserver- und Entsorgung mit ständigem Qualitätsmanagement und Ausbildung der Fachkräfte
• Fortsetzung der notwendigen Investitionen in den Hochwasserschutz und auch die Verbesserung des ökologischen Zustandes der Gewässer, insbesondere auch im Rahmen der Gewässerinstandhaltung
• Laufendes Monitoring zum chemischen Zustand der Gewässer und zur Schwebstoffbelastung und Verfolgung der aktuellen internationalen Entwicklungen zum Thema Spurenstoffe
• Forcierung der Digitalisierung in allen Bereichen der Wasserwirtschaft mit Berücksichtigung der Blackout- und Cybersicherheit
• Weiterhin aktive Öffentlichkeitsarbeit zur Information und Bewusstseinsbildung der Bevölkerung zum gutem Umgang mit dem Wasser in unserem Land.

Positive wirtschaftliche Effekte der Wasserinfrastruktur

Laut einer österreichweiten Studie tragen die Anlageninvestitionen und der Anlagenbetrieb rund 3,3 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung zum BIP bei, österreichweit werden dadurch rund 35.000 Arbeitsplätze geschaffen.
„In Vorarlberg sind mit der Errichtung, dem Betrieb und der Erhaltung der Wasserinfrastruktur rund 640 Arbeitsplätze verbunden,“ betont Landesrat Gantner. In allen Bereichen der Wasserwirtschaft wurden in den letzten fünf Jahren im Land Vorarlberg rund 260 Mio Euro investiert. Im Jahr 2020 sind rund 68 Mio Euro an Investitionen vorgesehen. Die Fördermittel des Landes dafür betragen 13,7 Mio Euro.

Zusammenfassung Investitionen – Förderungen

Investitionen 2020: Gesamt:  rd 68 Mio Euro, davon Landesmittel 13,7 Mio Euro, Bundesmittel ca. 22,5 Mio Euro
Investionenen 2015 – 2019: Gesamt: rd 260 Mio Euro, davon Landesmittel 54 Euro, Bundesmittel 109 Mio Euro

Fact-Box Wasserwirtschaft Vorarlberg
1900 mm Niederschlag im Mittel
236 mm Höchster gemessener Tagesniederschlag (Schönebach 1999)
174 Regentage im Mittel pro Jahr
4.802 km Fließgewässer
86 Gemeinde-Wasserversorgungsanlagen
109 Trinkwasser-Genossenschaften
783 genutzte Quellen
56 genutzte Brunnen
34 Kommunale Kläranlagen
219 Wasserkraftwerke
2.100 Grundwasserwärmepumpen

Infobox

Redakteur/in: Thomas Mair


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