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Presseaussendungen - Vorarlberger Landeskorrespondenz

Montag, 29.1.2018 12:01 Uhr

Umwelt/Beschneiung/Speicherteich/Rauch

LR Rauch: „Ist ein überdimensioniertes Beschneiungsprojekt im Öffentlichen Interesse?“

Kritik am geplanten Stausee im Montafon

Bregenz (VLK) – Die Silvretta Montafon GmbH plant ein 8,5 Hektar großes (12 Fußballfelder) Beschneiungsprojekt am Schwarzköpfle im Gemeindegebiet von St. Gallenkirch mit Stausee (6,5 Hektar) und Pumpstation. „Ich halte es für wichtig, dass dieses Mega-Projekt nun breit diskutiert wird, ob es tatsächlich im Öffentlichen Interesse ist,“ sagte Umweltlandesrat Johannes Rauch im heutigen (Montag) Pressegespräch im Landhaus. Das Volumen des geplanten Stausees, der der frühzeitigen Beschneiung in dem Gebiet dienen soll, fasst 307.200 Kubikmeter und wird von einem Damm abgesichert, der an seiner höchsten Stelle 26 Meter messen soll. „Dieses Vorhaben gefährdet sensible Naturräume wie die Alpinregion, Moore, Uferschutzbereich und Magerwiesen und widerspricht den Zielen nach dem Gesetz über Naturschutz und Landschaftsentwicklung,“ kritisierte Rauch.

LR Johannes Rauch . LR Johannes Rauch . „Ist ein überdimensioniertes Beschneiungsprojekt im Öffentlichen Interesse?“ .

Der Umwelt- und Klimaschutzlandesrat spricht sich dafür aus, Projekte dieser Art nicht hinter verschlossenen Türen zu diskutieren und entscheiden. Anlässlich der Projekteinreichung sollte eine möglichst breite öffentliche Auflage ermöglicht werden. Das Projekt ist als Erweiterung der Schneeerzeugungsanlage Versettla und Valisera geplant. Das Ziel der Betreiber ist es, zukünftig ab dem 1. Oktober Beschneiungsdepots anlegen zu können und ein umfangreiches Skigebiet mit den Bereichen Valisera, Versettla, Garfrescha, Grasjoch und Kapell innerhalb von 70 Stunden grundzubeschneien. „Diese Zielsetzung ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich frage mich: Wo sind die Grenzen und wie viel Wachstum brauchen wir noch? Dieses überdimensionierte Projekt darf es so nicht geben.“, betonte Rauch.

Bisher keine Skipiste in der Nähe

Das Projekt ist in einem Kar (kesselförmige Eintiefung an einem Berghang mit flachem Boden und steilen Rückwänden) unterhalb des Schwarzköpfles auf einer Seehöhe von 2080 bis 2190 Metern über dem Meeresspiegel geplant.  Laut Informationen wird das Kar im Sommer als Alpweide und im Winter teilweise als Skipiste genutzt. Die aktuelle Piste verläuft heute allerdings weiter nordöstlich, das Kar selbst wird vermutlich nur von Tiefschneefahrern benutzt. „Ich befürchte, dass für die Arbeiten eine Zufahrtstrasse benötigt wird, die dann in weiterer Folge zu einer präparierten Skipiste ausgebaut wird.“, sagte Rauch.

Eine Vielzahl alpiner und subalpiner Ökosysteme

Gerade im Hochgebirge gibt es eine große Vielzahl alpiner und subalpiner Ökosysteme, die kleinräumig und eng miteinander verzahnt sind. So findet sich in dem Kar ein Hochmoor mit seinen hochspezialisierten Pflanzen wie etwa eine Hochmoor-Rasenbinsen-Gesellschaft, die in der Roten Liste der Pflanzengesellschaften Vorarlberg als gefährdet angeführt wird.

Gemäß dem Gesetz über Naturschutz und Landschaftsentwicklung (§23, Schutz von Gletschern und der Alpinregion) gelten für Vorhaben über 1.800 m Seehöhe besondere Bestimmungen. Und insbesondere sind die Feuchtstandorte gemäß §25 geschützt: „Im Bereich von Auwäldern und Mooren, soweit diese nicht landwirtschaftlich genutzt sind, bedürfen Geländeveränderungen, Entwässerungen und andere den Lebensraum von Tieren und Pflanzen gefährdeten Maßnahmen einer Bewilligung. Im Bereich von landwirtschaftlich genutzten Mooren und Magerwiesen feuchter und trockener Prägung, soweit sie größer als 100 m² sind, bedürfen die Vornahme von Kulturwandlungen, Geländeveränderungen, Entwässerungen und Aufforstungen einer Bewilligung.“ Aufgrund der rechtlichen Bestimmungen und der Gefährdungseinstufung sind somit insbesondere die Gewässer und Feuchtlebensräume für die Bewertung relevant.

„Zahnloses Umweltrecht“

„Bei diesem Projekt zeigt sich, wie zahnlos unser Umweltrecht ist,“ bedauert der Umweltschutzlandesrat. So habe sich gezeigt, dass das Beschneiungsprojekt nicht Umweltverträglichkeitsprüfungsrelevant (UVP) sei. Dafür seien die Schwellenwerte nicht hoch genug. „Es bräuchte ein Volumen in Höhe von zehn Millionen Kubikmeter, das entspricht dem Vermuntstausee. Das macht deutlich, wie jenseitig das Vorhaben der Bundesregierung ist, das UVP-Recht noch weiter zurückzuschrauben.“

Jetzt komme es darauf an zu diskutieren, wie die Interessensabwägung Naturschutz- oder Wirtschaftsinteressen ausgehe. „Meiner politischen und Lebenserfahrung nach überwiegen bei diesen Projekten meist die wirtschaftlichen Interessen. Ich hoffe, dass bei diesem Zwölf-Fußballfelder-großen Beschneiungsprojekt die Interessenabwägung dieses Mal anders verläuft,“ so Rauch abschließend.

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Redakteur/in: admin (LageplanFahrplan)


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