Medieninformation Freitag, 02.01.2026, 10:00 Vorarlberger Wirtschaft stabilisiert sich im herausfordernden internationalen Wettbewerbsumfeld LH Wallner, LR Tittler und WK-Präsident Kopf: Außenhandelsbericht mit positiven Signalen

Bregenz (VLK) – Der von der Landesstelle für Statistik vorgelegte Außenhandelsbericht für das erste Halbjahr 2025 zeigt nach mittlerweile dreijähriger Rezession eine Stabilisierung. Die Exporte lagen mit 6,584 Milliarden Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (-0,1 %), die Importe sanken um 1,4 % auf 4,584 Milliarden Euro. Dadurch erreichte der Handelsbilanzüberschuss mit zwei Milliarden Euro einen neuen Rekordwert, was als erstes Anzeichen einer Stabiliserung und einer bald wieder positiven Entwicklung gewertet werden darf, betonen Landeshauptmann Markus Wallner, Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und WK-Präsident Karlheinz Kopf einhellig. „Die Vorarlberger Wirtschaft hat sich als robust und anpassungsfähig erwiesen. Die Zahlen deuten darauf hin, dass wir vorsichtig optimistisch nach vorne blicken können“, so Wallner.

Die Herausforderungen durch die Energiekrise, steigende Preise und eine abgeschwächte Konjunktur – besonders beim wichtigsten Handelspartner Deutschland – sowie die angespannte Fachkräftesituation prägten die Vorarlberger Außenwirtschaft auch im ersten Halbjahr 2025. Dennoch war wieder eine deutlich verbesserte Dynamik zu beobachten und die Auswirkungen im Warenverkehr blieben moderat.

Dass trotz schwieriger konjunktureller Entwicklungen der Handelsbilanzüberschuss gestiegen ist, wertet Landesrat Tittler als Zeichen einer bemerkenswerten Krisenfestigkeit und Stärke: „Vorarlberg ist im Bundesländervergleich beim Pro-Kopf-Exportwert weiterhin auf Platz 1 und belegt nun auch beim Handelsbilanzüberschuss den Spitzenplatz.“

Landeshauptmann Wallner: „Unsere Vorarlberger Wirtschaft ist dank starker Traditionsunternehmen, die oftmals familiengeführt sind, sehr robust. Und auch wenn wir vorsichtig optimistisch nach vorne blicken dürfen, braucht es weitere Anstrengungen, um unsere exportorientierte Industrie zu stärken. Dazu gehört es, die infrastrukturellen Rahmenbedinungen weiter zu verbessern und 2026 wichtige Schritte beim Abbau unnötiger Bürokratie zu setzen.“

WKV-Präsident Kopf betont: „Internationale Märkte sind keine Selbstläufer. Vorarlbergs beachtlichen Exportzahlen in schwierigen Zeiten basieren auf großem unternehmerischem Einsatz. Die Politik muss handeln, um für diese Unternehmen Freihandelsabkommen wie MERCOSUR zu fördern und den weltweiten Marktzugang zu erleichtern. Die Schweiz als direkter Nachbar und Standortkonkurrent hat es bei MERCOSUR vorgemacht. Jetzt gilt es in der EU nachzuziehen und unseren Unternehmen den gleichen Marktzugang und faire Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen. Diese Chance nicht zu nutzen, wäre mehr als fahrlässig. Politik und bäuerliche Interessenvertretungen sind daher gefordert, Blockaden aufzugeben. Die Diskussion darf nicht auf einzelne Agrarprodukte oder ein paar Kilo Fleisch reduziert werden.“

Außenhandelsbeziehungen mit 230 Partnern
Die Vorarlberger Wirtschaft pflegt intensive Handelsbeziehungen mit etwa 230 Destinationen und Regionen weltweit. Rund 59 % der Exporte und zwei Drittel der Importe entfallen auf die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-27). In diese Länder wurden Waren im Wert von 3,9 Milliarden Euro exportiert (+0,6 % im Vergleich zum Vorjahr). Aus EU-Ländern wurden Waren im Wert von 3,0 Milliarden Euro importiert (-2,0 % gegenüber dem Vorjahr). Deutschland bleibt der wichtigste Handelspartner Vorarlbergs, mit einem Anteil von 28 % am Gesamtexportvolumen und 37 % am Importvolumen.

Die EFTA mit den Nachbarländern Schweiz und Liechtenstein bleibt der zweitwichtigste Wirtschaftsraum für Vorarlbergs Außenhandel. Im ersten Halbjahr 2025 betrug das Exportvolumen 918 Millionen Euro (-1,5 %), während das Importvolumen bei 599 Millionen Euro (-0,6 %) lag. Über 14 % aller Exporte und Importe sind der EFTA zuzurechnen. Die Schweiz, als zweitwichtigste Handelspartnerin, trägt den Hauptanteil mit 12 % bei den Ausfuhren (815 Millionen Euro; +0,3 %) und 11 % bei den Einfuhren (482 Millionen Euro; +4,7 %). Der Handel mit Liechtenstein verzeichnete bei den Ausfuhren einen Rückgang um 12,9 % auf 80 Millionen Euro und bei den Einfuhren um 25,8 % auf rund 84 Millionen Euro.

Die USA bleiben der bedeutendste außereuropäische und insgesamt drittwichtigste Handelspartner Vorarlbergs. Im ersten Halbjahr 2025 verzeichneten die Exporte in die USA einen Rückgang auf 407 Millionen Euro (-2,8 %), während die Importe auf 30 Millionen Euro (-3,0 %) sanken. China ist der wichtigste asiatische Handelspartner Vorarlbergs, insgesamt der viertgrößte. Im ersten Halbjahr 2025 wurden Waren im Wert von 387 Millionen Euro aus China importiert (-2,9 %). Die Exporte nach China beliefen sich auf 123 Millionen Euro (-14,6 %). Der Handel mit den GUS-Staaten ist weiterhin stark von den Auswirkungen des Ukraine-Krieges geprägt. Im ersten Halbjahr 2025 stiegen die Ausfuhren um 21,9 % auf 47 Millionen Euro, während die Einfuhren erheblich um 45,6 % auf 1,4 Millionen Euro zurückgingen. Besonders betroffen ist die Russische Föderation: Zwar wurde im Export nach starken Rückgängen in den vorigen Jahren wieder ein Anstieg auf 11 Millionen Euro (+30,9 %) erzielt. Aber die Importe sind weiter im freien Fall, sie betrugen nur noch etwas über 300.000 Euro (-74,6 %).

Die Gruppe der Eisen- und Metallwaren bleibt die bedeutendste Warenobergruppe. Im ersten Halbjahr 2025 wurden Waren im Wert von 1,751 Milliarden Euro (-1,1 %) exportiert und für 1,168 Milliarden Euro (+1,7 %) importiert. Hauptprodukte sind weiterhin Beschläge, Rohre, Profile aus Eisen und Stahl oder Aluminium, Behälter, Bleche und ähnliche Erzeugnisse. Die Kessel- und Maschinenindustrie verzeichnete Rückgänge im Export (1,239 Milliarden Euro; -3,6 %) und im Import (641 Millionen Euro; -8,4 %). Zusammen machen diese Warengruppen etwa 45 % des Exportvolumens und zwei Fünftel des Importvolumens aus und tragen zu knapp 60 % des Handelsbilanzüberschusses bei. Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie setzte ihren Wachstumskurs fort, exportierte Waren im Wert von 891 Millionen Euro (+5,8 %) und importierte Güter im Wert von 539 Millionen Euro (+1,2 %).

Redaktion
Gerhard Wirth

Pressebilder

Ihr Browser ist veraltet!
Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen!
www.outdatedbrowser.com