Medieninformation Dienstag, 12.05.2026, 12:15 Verstärktes Engagement gegen Jugendkriminalität und zur Cyberprävention Neue Sicherheitsvereinbarung zwischen Bund und Land Vorarlberg
Die Entwicklung der Jugendkriminalität und die zunehmenden Bedrohungen durch Cyberattacken sind wesentliche sicherheitspolitische Herausforderungen unserer Zeit und dementsprechend auch wichtige Schwerpunkte in der Sicherheitspartnerschaft zwischen dem Bundesministerium für Inneres und dem Land Vorarlberg. Im Landhaus unterzeichnen Innenminister Gerhard Karner, Landeshauptmann Markus Wallner und Sicherheitslandesrat Daniel Allgäuer eine neue Sicherheitsvereinbarung.
„Vorarlberg ist eine der sichersten Regionen Europas – und wir arbeiten jeden Tag daran, dass das auch so bleibt – mit klarer Haltung und konsequentem Handeln“, betonten Landeshauptmann Wallner und Landesrat Allgäuer. Innenminister Karner hob die in hohem Maße erfolgreiche Arbeit der Vorarlberger Sicherheitsbehörden und Polizei hervor.
Gezielte Maßnahmen gegen Jugendkriminalität
Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist in den letzten Jahren gestiegen. Im Jahr 2016 wurden in Vorarlberg 3.226 Tatverdächtige registriert, 2025 waren es 4.339 (+ 34,5 Prozent). Integrationsprobleme in der heimischen Gesellschaftsstruktur führen insbesondere in Ballungsräumen zu speziellen Herausforderungen bei der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Landeshauptmann Wallner begrüßt daher besonders die Einrichtung der „Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität (EJK)“ im Landeskriminalamt Vorarlberg, die durch Analysen und Identifizierung von Hot-Spots bzw. regelmäßiger Aufenthaltsorte von Jugendbanden einen zielgerichteten Einsatz gewährleisten soll. Im Zuge einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Land und Kriminalpolizei sollen die im Bereich der Kriminalassistenzdienststellen tätigen PräventionsspezialistInnen als regionale Sensoren, Koordinatoren und Ansprechstellen fungieren und in Abstimmung mit allen relevanten öffentlichen und privaten Einrichtungen maßgeschneiderte Maßnahmen – präventive oder auch repressive – entwickeln und umsetzen.
Darüber hinaus führen das Land Vorarlberg und die LPD die schon bestehenden Arbeitsgruppen zu den Bereichen Jugendkriminalität und Extremismusprävention sowie Demokratiekultur weiter. In einem seit mehreren Monaten entwickelten Projekt zur Bekämpfung der Kinder- und Jugenddelinquenz arbeitet die Polizei im niederschwelligen Bereich eng mit der Offenen Jugendarbeit (OJA) zusammen. „Spurwechsel“ ist ein EU-gefördertes Projekt mit dem Ziel der Reduktion von Wiederholungsdelinquenz bei Jugendlichen durch ein freiwilliges Beratungsangebot der OJA nach polizeilichem Erstkontakt. Dieses Projekt wird ständig weiterentwickelt.
Land unterstützt Maßnahmen gegen Cyberkriminalität
„Neben gesellschaftlichen Veränderungen ist es der technische Fortschritt – insbesondere in Zusammenhang mit der digitalen Transformation, dem mit intensiver Bewusstseinsbildung und Prävention begegnet werden muss und der die Kriminalitätsbekämpfung zunehmend komplexer macht“, so Landeshauptmann Wallner. Der exponentielle Anstieg der Cyberkriminalität erfordert in der Polizeiarbeit fundiertes Fachwissen, hohe Spezialisierung und laufende Weiterbildung, um neue Phänomene und aktuelle Trends in der Tatbegehung zu erkennen und dagegen vorgehen zu können. Dabei ist es wichtig, dass Sicherheitsbehörden, Land und Gemeinden eng kooperieren. Vor diesem Hintergrund wird es in Vorarlberg gemeinsame Koordinierungstreffen unter Einbeziehung von ExpertInnen aus der Wirtschaft und Industrie zum Erfahrungs- und Wissensaustausch geben.
Neben der Modernisierung der Ausbildungsinhalte wird auf operativer Ebene in jedem Landeskriminalamt ein Cybercrime-Training-Center (CCTC) installiert. In Vorarlberg ist geplant, dieses am Standort der Polizeiinspektion Sulz einzurichten. „Das Land Vorarlberg begrüßt den Aufbau und die Weiterentwicklung der Strukturen des Cybercrime-Training-Centers und unterstützt die Polizei bei diesem Kernelement der Kriminaldienstreform“, sagt Landeshauptmann Wallner. Im Gegenzug fördert die Polizei Vorarlberg weiterhin Aus- und Fortbildungen des Landes und unterstützt bei fachbezogenen Veranstaltungen und Konferenzen.
Weiter ja zu regionalen Sicherheitsstrukturen
Landesrat Allgäuer begrüßt es, dass der Bund weiter Ja zur regionalen Sicherheit sagt, damit die bewährte Partnerschaft fortgesetzt und weiterentwickelt werden kann. „Wir bauen in Vorarlberg auch in Zukunft auf funktionsfähige regionale Sicherheitsstrukturen. Dafür braucht es die nötige personelle Ausstattung und eine gute Aus- und Weiterbildung der Einsatzkräfte, eine enge Zusammenarbeit der zuständigen Behörden und Organisationen sowie eine zeitgemäße Infrastruktur und Ausstattung. In diesem Sinne werden wir die mit dem BMI vereinbarten Maßnahmen nach Kräften und unter Beachtung unserer finanziellen Möglichkeiten unterstützen“, so Allgäuer.
Schwerpunkte bei den besonderen Herausforderungen gesetzt
Innenminister Karner betont: „Die Erneuerung der Sicherheitsvereinbarung setzt die Schwerpunkte genau dort, wo auch besondere Herausforderungen für die Sicherheit in Vorarlberg liegen. Die Prävention vor Internetkriminalität, das gemeinsame entschlossene Vorgehen gegen Jugendkriminalität und die weitere Stärkung der Polizei durch kontinuierliche Neuaufnahmen.“
Landespolizeidirektorin Uta Bachmann: „Die heute unterzeichnete Sicherheitsvereinbarung ist ein starkes Signal für die Sicherheit der Menschen in unserem Land und ein Meilenstein für die Weiterentwicklung der Landespolizeidirektion Vorarlberg. Als ‚lernende Organisation‘ ist es unser Anspruch, uns ständig an neue Herausforderungen wie die Cyber-Kriminalität oder komplexe Formen der Jugendkriminalität anzupassen. Dieses gelebte Miteinander von Bund und Land ist die Basis dafür, dass Vorarlberg auch in Zukunft eine der sichersten Regionen bleibt.“
Sicherheitsvereinbarung mit umfangreichem Maßnahmenpaket
Innenminister Gerhard Karner, Landeshauptmann Markus Wallner und Sicherheitslandesrat Daniel Allgäuer vereinbaren im Zuge der Sicherheitspartnerschaft zwischen dem Bundesministerium für Inneres und dem Land Vorarlberg ein umfangreiches Maßnahmenpaket zu folgenden Handlungsfeldern:
- Kompetent und vernetzt Kriminalität vorbeugen und bekämpfen
- Einsatz und Verkehr: Sicher im ganzen Land
- Schlepperkriminalität bekämpfen, illegale Migration verhindern
- Extremismus und Terrorismus vorbeugen und bekämpfen
- Krisen und Katastrophen: Vorarlbergs Resilienz weiter stärken
- Personal- und Organisationsentwicklung
- Sicherheitsinfrastruktur und Digitalisierung
Neben den genannten Schwerpunkten Jugendkriminalität und Cyberprävention sind weitere wesentliche Inhalte u.a.:
1. Kompetent und vernetzt Kriminalität vorbeugen und bekämpfen
Prävention und Gewaltschutz: In einer sich ständig verändernden Umwelt, mit all ihren Herausforderungen im privaten und öffentlichen Bereich, ist es für die Bevölkerung wichtig, zuverlässige und kompetente AnsprechpartnerInnen zu haben. Um dem gerecht zu werden, ist es Hauptziel der Kriminalprävention, die Bevölkerung über die aktuellen Vorgehensweisen der TäterInnen zu informieren und durch professionelle Ratschläge die Fähigkeit zum Selbstschutz zu verbessern. Dabei gilt es, alle verfügbaren Angebote der digitalen aber auch der analogen Informationsweitergabe im Sinne entsprechender Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen.
Viele Organisationen und Personen haben Einblick in Prozesse und Tendenzen der Gewaltentstehung – oftmals in Positionen und in Stadien, in denen der Polizei noch keine Informationen vorliegen. Daher ist es wichtig, gemeinsam – auch unter Einbindung der BürgerInnen – an einem sicheren Vorarlberg zu arbeiten. Mit aktiver Beteiligung des Landes und der Gemeinden in den jeweiligen Präventionsprojekten und -vorhaben werden Schritte gesetzt, um dieses Ziel zu erreichen.
2. Einsatz und Verkehr: Sicher im ganzen Land
Die Polizei ist die größte Menschenrechts-Schutzorganisation. Community Policing hat sich weltweit als wichtiger Ansatz in der Polizeiarbeit etabliert, der das Vertrauen zwischen Bürgerinnen, Bürgern und Polizei fördert und zur subjektiven Sicherheit beiträgt. Dieser Ansatz basiert auf Dialog und Vernetzung, Problemidentifizierung und Problemlösung.
Im Rahmen von Community Policing und GEMEINSAM.SICHER mit der Polizei sollen kontinuierlich neue Kooperationsübereinkommen mit Institutionen und Organisationen im privaten und öffentlichen Bereich geschlossen und die bestehenden Kooperationen fortgeführt werden. Das Land Vorarlberg unterstützt den Aufbau und die Weiterentwicklung solcher Strukturen. BürgerInnen, Gemeinden, Interessensvertretungen sowie Vereine werden darauf aufmerksam gemacht und eingeladen, die Möglichkeiten aktiv zu nutzen.
Verkehrssicherheit: Die weitere Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Vorarlbergs Straßen ist eine der Kernaufgaben der Verkehrspolizei. Die Arbeitsschwerpunkte im Rahmen dieser Sicherheitspartnerschaft zwischen dem BMI und dem Land Vorarlberg beinhalten im Bereich Verkehrssicherheit folgende Maßnahmen:
- Geschwindigkeitsüberwachung, Alkohol- und Drogenkontrollen sowie Schwerverkehrskontrollen.
- Prävention und Bewusstseinsbildung: Schulische Verkehrserziehung, Erlangung des Radfahrausweises, Kinderpolizei inkl. Cyber-Kids und Verkehrssicherheitsberatung für Jugendliche.
- Einsatz von Zivilstreifenfahrzeugen für die Bekämpfung der Roadrunner- und Tuningszene unter Beteiligung von Amtssachverständigen des Landes.
- Gemeinsame Nutzung des von der ASFINAG und dem Land Vorarlberg zur Verfügung gestellten Verkehrskontrollplatzes Nüziders auf der A14. Fortführung des Projektes der Errichtung eines Verkehrskontrollplatzes in Lauterach/Wolfurt (A14).
- Einsatz der Fahrradpolizei als Reaktion auf die dynamische Entwicklung alternativer Mobilitätsformen (E-Bikes, E-Scooter …).
BMI und Land Vorarlberg bekennen sich gemeinsam zur Notwendigkeit der Implementierung einer modernen Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der A14 zur effektiven Stauverhinderung, dynamischen Verkehrslenkung und Erhöhung der Verkehrssicherheit. Die A14 hat als zentrale Verkehrsachse im Rheintal und wichtige Nord-Süd-Verbindung eine besondere verkehrspolitische und wirtschaftliche Bedeutung für die Region sowie für den grenzüberschreitenden Verkehr.
3. Schlepperkriminalität bekämpfen, illegale Migration verhindern
In den vergangenen Jahren ist es mit umfangreichen Maßnahmen kontinuierlich gelungen, illegale Migration zu reduzieren. Schlepper meiden nunmehr Österreich und seine Grenzen. Das lässt sich auch anhand von Zahlen belegen: Gab es im Jahr 2022 österreichweit noch mehr als 118.000 Aufgriffe, so waren es 2025 nur mehr rund 19.400. Auch bei den Asylanträgen ist ein massiver Rückgang feststellbar. 2022 wurden noch mehr als 100.000 originäre Erstanträge verzeichnet, 2025 nur mehr rund 6.900. Diese Entwicklung schlägt sich auch im Bereich der Grundversorgung nieder. Allein in den vergangenen Jahren konnte die Zahl der Bundesquartiere von mehr als 30 auf neun gesenkt werden – so sind Einsparungen im Asylbereich möglich.
Die Bekämpfung der illegalen Migration sowie der grenzüberschreitenden Kriminalität sollen durch flexiblen Grenzschutz im Rahmen lagebedingter Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen (Ausgleichsmaßnahmen) entlang der Transitrouten in Vorarlberg sichergestellt werden. Von Seiten des BMI und der LPD Vorarlberg wird gewährleistet, dass besonders ausgebildete und ausgerüstete Exekutivbedienstete im Rahmen dieser Grenzschutzmaßnahmen zielgerichtet im ganzen Land eingesetzt werden. Es werden aus allen verfügbaren Daten Lagebilder angefertigt und die Personalressourcen optimal eingesetzt. Die Schleppereibekämpfung hat hohe Priorität und wird innerhalb der LPD Vorarlberg mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und im engen Informationsaustausch mit dem Land betrieben.
4. Extremismus und Terrorismus vorbeugen und bekämpfen
Jede Form von Extremismus stellt eine konstante Bedrohung für unseren demokratischen Rechtsstaat dar. Nur durch gesamtgesellschaftliche Maßnahmen kann diesen Bedrohungsformen wirkungsvoll begegnet und die demokratischen Einrichtungen geschützt werden. Hierbei kommt Präventions- und Deradikalisierungsmaßnahmen, in enger Abstimmung mit dem Land Vorarlberg, eine entscheidende Rolle zu.
Die erfolgreiche Umsetzung lokaler Präventions- und Deradikalisierungsmaßnahmen basiert auf einer engen Kooperation zwischen den jeweiligen Stakeholdern. Vor diesem Hintergrund wurde bereits 2017 das Bundesweite Netzwerk Extremismusprävention und Deradikalisierung (BNED) gegründet. Unter Koordination des Bundesministeriums für Inneres stimmen sich seither Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Ministerien, den Bundesländern, der Zivilgesellschaft, dem Städte- und dem Gemeindebund sowie anlassbezogen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Forschung in regelmäßigen Abständen zu strategischen Aspekten von Extremismusprävention und Deradikalisierung in Österreich ab.
Das Bundesland Vorarlberg ist bereits Mitglied des BNED und mit einer Vertreterin / einem Vertreter und einer Ersatzvertreterin / einem Ersatzvertreter der Vorarlberger Landesregierung im Netzwerk präsent. Diese wertvolle Zusammenarbeit soll auch in Zukunft fortgesetzt werden.
Seit dem Jahr 2015 besteht in Vorarlberg unter der Leitung des Landes Vorarlberg eine Grundstruktur „Radikalisierungsprävention und Demokratiekultur“ (Lenkungsgruppe, Koordinationsgruppe, Plattform), in der sämtliche relevanten Behörden, Einrichtungen und Institutionen der Extremismusprävention in Vorarlberg vertreten sind. Diese bewährte und erfolgreiche eng vernetzte Zusammenarbeit wird weiterhin fortgeführt.
Das BMI und das Land Vorarlberg forcieren in diesem Kontext weiterhin die gegenseitige Unterstützung und gute Zusammenarbeit für die bestmögliche Umsetzung dieser Kernreform. Weiters wird seitens des BMI und der LPD Vorarlberg darauf Bedacht genommen, für die zusätzlich anfallenden Aufgabenbereiche ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen.
5. Krisen und Katastrophen: Vorarlbergs Resilienz weiter stärken
Im Rahmen des Staatlichen Krisen- und Katastrophenschutzmanagements ist das BMI für die Koordination von Maßnahmen des Bundes und die Zusammenarbeit mit den Ländern zuständig. Die Vernetzung mit den maßgeblichen Playern (Rettung, Feuerwehr und Kommunen) ist ein entscheidender Faktor. Mit den Vorarlberger Gemeinden erfolgt eine enge Zusammenarbeit und die gemeinsamen integrierten Einsatzstrukturen werden auf lokaler Ebene fortgeführt.
Im logistischen Bereich wurde im Konkreten auf die Durchhaltefähigkeit der Einsatzkräfte hingewirkt. Die Implementierung von Netzersatzanlagen im Bereich von Schwerpunktdienststellen bzw. Organisationseinheiten mit maßgeblichem Einsatznutzen, die Ausstattung mit Lebensmitteln sowie mit Equipment zur Durchhaltefähigkeit haben oberste Priorität.
6. Personal- und Organisationsentwicklung
Durch die Personaloffensive der vergangenen Jahre sowie die für heuer geplanten Aufnahmen wird für die LPD Vorarlberg auch im Jahr 2026 ein Zuwachs an Exekutivbediensteten erreicht. In den nächsten Jahren soll dies im Rahmen der budgetären Möglichkeiten fortgesetzt werden. Das Land Vorarlberg unterstützt die Rekrutierungsmaßnahmen durch aktive Öffentlichkeitsarbeit und im Zuge gemeinsamer, abgestimmter Kampagnen. Das BMI bekennt sich zur erfolgreichen Vorarlberg-spezifischen Rekrutierungskampagne „Dein Einsatz fürs Ländle“.
Im Lichte der Weiterentwicklung nachhaltiger sowie an Aufgaben und Herausforderungen angepasster polizeilicher Strukturen wurden die Stellen für die Exekutive in Vorarlberg seit 2014 (Stichtag 1. Jänner 2014) von 865 auf aktuell 987 Stellen (Stichtag 1. April 2026) erhöht.
Der Bund investiert weiter in die Personalstärke der Polizei in Vorarlberg und plant, in den nächsten Jahren für die Umsetzung der Kriminaldienstreform weitere Arbeitsplätze der LPD Vorarlberg zuzuweisen. Zudem wurden im Rahmen der Reform des Staatsschutzes der LPD Vorarlberg weitere 14 Arbeitsplätze (Exekutive und Verwaltung) für das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) zugewiesen.
Neuaufnahmen: Die Aufnahmezahlen zeigen – nicht zuletzt aufgrund der intensiven Recruitingmaßnahmen, darunter die Kampagne „Dein Einsatz fürs Ländle“ und die „Cops Job Partnerschaft“ – seit dem zweiten Halbjahr 2023 wieder einen deutlich steigenden Trend. Für das Jahr 2026 ist die Aufnahme von 82 PolizeischülerInnen nach Maßgabe der vorhandenen Ausbildungskapazitäten und geeigneten BewerberInnen vorgesehen, um den aus der Bedarfs- und Entwicklungsplanung errechneten Abgängen entsprechend Rechnung tragen zu können.
Gemeinsam mit dem Land Vorarlberg sollen auch die Rekrutierungsmaßnahmen der Polizei vom BMI weiter vorangetrieben werden. Das Land Vorarlberg sichert seine Unterstützung bei ausgewählten Projekten der Polizei zur Rekrutierung von Bediensteten, wie dem Girls Day, Meet-and-Greet-Aktionen und Berufsinformationsveranstaltungen, zu. Im Gegensatz dazu forciert die Polizei Vorarlberg weiterhin ihre Mitwirkung bei Projekten des Landes Vorarlberg.
E2a-Ausbildung: Zur Sicherstellung der benötigten Fach- und Führungsexpertise sind für Vorarlberg das Jahr 2026 bedarfsgerecht, entsprechend den Abgängen, nach derzeitigem Umsetzungsstatus bis zu 14 Lehrgangsplätze im Grundausbildungslehrgang E2a vorgesehen. Die jährlichen Ausbildungskapazitäten werden sich auch in den Folgejahren am jeweiligen Personalbedarf orientieren, wobei die Sicherheitsakademie die erforderlichen Lehrgangsplätze für Vorarlberg zur Verfügung stellen wird, unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen und Ausbildungskapazitäten nach Möglichkeit in Vorarlberg.
Für 2026 und die Folgejahre hat die Personalplanung zum Ziel, zukünftige Pensionsabgänge in der Exekutive durch Neuaufnahmen auszugleichen. Die bedarfsgerechte Personalplanung, die bereits erfolgte Adaptierung des Auswahlverfahrens zur Polizeigrundausbildung sowie die in Umsetzung befindliche Kriminaldienstreform 2.0 ermöglichen eine personelle Weiterentwicklung und zusätzliche Spezialisierungen innerhalb der Polizei.
Das BMI und das Land Vorarlberg bekennen sich dazu, Ansuchen von Polizistinnen und Polizisten auf Versetzung in das Bundesland Vorarlberg im Rahmen der gültigen Erlasslage und nach Maßgabe objektiver Bedarfsparameter und dienstlicher Interessen zu ermöglichen.
Attraktivierung des Berufsbildes: Im Zeichen des gesellschaftlichen Wandels sowie der Erwartungen der jungen Generationen an ihren Beruf und ihren Arbeit- bzw. Dienstgeber ist es erforderlich, Maßnahmen zu ergreifen, die den Polizeiberuf attraktiver gestalten. Das Land Vorarlberg unterstützt die LPD weiterhin bei ihren Bemühungen zur Attraktivierung des Polizeidienstes im Bundesland Vorarlberg.
Organisationsentwicklung: Unbeschadet der sukzessiven Personalzuführung und -entwicklung ist es im Interesse des BMI und des Landes Vorarlberg, die vorhandenen Ressourcen möglichst effektiv und effizient zum Einsatz zu bringen. Dementsprechend kommen die Partner dieser Vereinbarung überein, dass im Sinne der Weiterentwicklung und Anpassung der Organisation an aktuelle Herausforderungen strukturelle Maßnahmen gefördert werden.
7. Sicherheitsinfrastruktur und Digitalisierung
Bauprojekte: Eine moderne Infrastruktur ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit der Polizei. Sie ermöglicht eine effektive Aufgabenwahrnehmung, verbessert die Arbeitsbedingungen und unterstützt dabei, den polizeilichen Servicegedanken bestmöglich umzusetzen. Das BMI und das Land Vorarlberg sind daher bestrebt, die bestimmte Bau- und Infrastrukturprojekte (z.B. Errichtung eines Cybercrime-Training-Centers als modernes Fortbildungszentrum für Exekutivbedienstete sowie Implementierung einer modernen Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der A14) zu realisieren:
Strukturelle polizeiliche Anpassungen: Die LPD Vorarlberg versteht sich als eine lernende und weiterentwickelnde Organisation. Gerade in der polizeilichen Grundabdeckung, welche überwiegend durch die Bezirkspolizeikommanden und ihre nachgeordneten Dienststellen (Polizeiinspektionen) geleistet wird, besteht die Herausforderung einerseits darin, die Notwendigkeit der sicherheitspolizeilichen Abdeckung in der Fläche zu gewährleisten, als auch andererseits die vorhandenen Ressourcen dort einzusetzen, wo dies aufgrund des Deliktsanfalles notwendig ist. Gleichzeitig ist eine moderne Polizei ohne Spezialisierungen, welche zu einem beträchtlichen Teil von den Basisdienststellen abgedeckt werden, nicht mehr vorstellbar.
Diese Umstände sowie die weiterführende Digitalisierung in der Bevölkerung als auch in der Polizei selbst machen es notwendig, polizeiliche Strukturen regelmäßig zu überdenken.
Diese Prozesse erhalten im Hinblick auf deren Akzeptanz vor allem dann einen erweiterten Zuspruch, wenn sie im Einklang mit baulichen Neuausrichtungen geschehen.
Das Land Vorarlberg unterstützt die zeitgemäße Modernisierung der Dienststellenstrukturen auf Ebene der Polizeiinspektionen, um einen effizienten und bedarfsorientierten Dienstvollzug sicherzustellen.
- Redaktion
- Gerhard Wirth
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