Medieninformation Donnerstag, 18.12.2025, 14:00 Spitalscampus und Long-Covid-Versorgung im Fokus Landeszielsteuerungskommission beschließt Regionalen Strukturplan Gesundheit 2030 und weitere Projekte

Bregenz (VLK) – In der heutigen (Donnerstag, 18. Dezember) Sitzung der Landeszielsteuerungskommission wurden zentrale Beschlüsse für die Weiterentwicklung der Vorarlberger Gesundheitsversorgung gefasst. Im Mittelpunkt standen der Regionale Strukturplan Gesundheit 2030 (RSG), die Weiterentwicklung des Versorgungsnetzwerks für Long-Covid-PatientInnen, die Errichtung eines Erstversorgungsambulatoriums am KH Dornbirn sowie die Fortführung und Initiierung wichtiger Gesundheitsangebote und -projekte. „Mit diesen Beschlüssen setzen wir einen weiteren Schritt für eine bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung in Vorarlberg“, betont Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher.

Der Regionale Strukturplan Gesundheit 2030 (RSG) bildet die Grundlage für die strategische Weiterentwicklung der Spitalslandschaft in Vorarlberg. Ziel ist es, die medizinische Versorgung langfristig auf hohem Niveau sicherzustellen und die bestehenden Standorte im Sinne einer modernen, vernetzten Spitalsstruktur zukunftsfähig weiterzuentwickeln. „Der Spitalscampus steht für eine abgestimmte, zukunftsorientierte und patientenfreundliche Krankenhausversorgung im Land“, erklärt Landesrätin Rüscher.

Weiterführung bestehender Angebote
Neben dem RSG wurde auch die Weiterführung wichtiger bestehender Angebote beschlossen, darunter das Schmerzboard Vorarlberg, die Zahnsanierung in Narkose sowie die mobile Kinderkrankenpflege. „Diese Angebote sind für viele Betroffene eine unverzichtbare Unterstützung im Alltag. Ihre Weiterführung ist ein wichtiges Signal für die Versorgungssicherheit im Land“, so Rüscher.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) die Gesundheitsversorgung in Vorarlberg bis zum Jahr 2030 nachhaltig und effektiv sicherstellen können und ein Konzept präsentieren dürfen, das den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht wird. Außerdem gewährleisten wir durch die Weiterführung von Projekten wie dem Disease Management Programm (DMP) Therapie-Aktiv und dem Schmerzboard eine qualitativ hochwertige Versorgung in Bereichen, die entscheidend sind für die kontinuierliche Verbesserung der Gesundheitsversorgung und die Unterstützung unserer Patientinnen und Patienten im Land“, betonen Franz Beck und Christoph Jenny, Vorsitzende des Landesstellenausschusses der ÖGK in Vorarlberg.

Weiterentwicklung der Long-Covid-Versorgung
Ein besonderer Schwerpunkt war der Beschluss zur Weiterentwicklung des bestehenden Versorgungsnetzwerks für Long-Covid-PatientInnen. Long-Covid und andere postakute Infektionssyndrome (PAIS) stellen nach wie vor eine wachsende Herausforderung für die Gesundheitssysteme dar. Die Symptome bei betroffenen Menschen reichen von Müdigkeit und Atemnot bis hin zu kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen. Internationale und nationale Empfehlungen – etwa von der WHO und dem österreichischen Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) – betonen in diesem Zusammenhang die Bedeutung koordinierter, multidisziplinärer Versorgungsstrukturen.

Vor diesem Hintergrund wurde bereits im Mai 2022 mit Beschluss der Landeszielsteuerungskommission eine Koordinationsstelle als zentrale Anlaufstelle für Long-Covid-Betroffene am LKH Hohenems eingerichtet. Seither wurden 42 Patientinnen und 21 Patienten der Koordinationsstelle zur weiterführenden Abklärung zugewiesen. 

Während das Post-COVID-Syndrom derzeit besonders intensiv erforscht wird, rückt aufgrund der hohen Anzahl betroffener Personen auch die Relevanz weiterer PAIS in den Fokus von Medizin, Politik und Gesellschaft. Im Sinne des Aktionsplans des BMASGPK ist somit eine Weiterentwicklung der bestehenden Koordinationsstelle Long-Covid zu einem integrierten Versorgungsnetzwerk für PAIS vorgesehen. „Ziel ist es, eine umfassende, multiprofessionelle Versorgung in enger Kooperation mit dem entsprechenden Versorgungszentrum in Tirol sicherzustellen“, erläutert die Landesrätin.

Erstversorgungsambulatorium am KH Dornbirn
Aufgrund des anhaltend steigenden Patientenzulaufs in der Ambulanz des Krankenhauses Dornbirn ergibt sich ein wachsender Bedarf nach einer strukturierten, entlastenden Versorgungsoption. Deshalb wurde die Errichtung eines Erstversorgungsambulatoriums am Krankenhaus Dornbirn beschlossen. Dieses richtet sich insbesondere an Patientinnen und Patienten mit akuten, jedoch leichten bis mittleren Beschwerden und Symptomen, die durch den niedergelassenen ärztlichen Bereich behandelt werden könnten. 

„Das Erstversorgungsambulatorium soll eine geordnete Patientensteuerung sicherstellen, die handelnden Akteure in den Fachambulanzen sowie in den nachgelagerten stationären Bereichen entlasten und gleichzeitig die Patientensicherheit und Versorgungsqualität stärken“, führt Landesrätin Rüscher aus. 

Gesundheitsförderung im Fokus
Darüber hinaus beschloss die Landeszielsteuerungskommission auch neue Projekte im Bereich der Gesundheitsförderung, darunter beispielsweise:
•    „Hitzeresilientes Vorarlberg“ – Vorsorge im Klimawandel
•    „Ich. Du. Wir. Gesund!“ – Jugendliche entdecken Ressourcen zur Förderung ihrer Gesundheit
•    „Brain Health“ – ein Projekt zur Förderung der Gehirngesundheit

„Gesundheitsförderung heißt, präventiv zu denken und die Menschen in allen Lebensphasen zu stärken. Mit diesen Projekten investieren wir gezielt in die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung“, bekräftigt Rüscher.
 

Redaktion
Monika Bertsch

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