Medieninformation Donnerstag, 18.12.2025, 15:15 Skitouren mit Verantwortung - Risiken erkennen, Natur schützen, sicher heimkommen
Das Interesse an winterlichen Outdoor-Aktivitäten im freien Gelände ist ungebrochen. Wo sportliche Abenteuer abseits gesicherter Pisten locken, lauern jedoch auch erhebliche Risiken. Eine fundierte Ausbildung, verlässliche Kenntnisse über Gelände und aktuelle Bedingungen, die richtige Ausrüstung sowie ein umsichtiges Verhalten sind entscheidend, um das Unfallrisiko deutlich zu reduzieren. Kommt es dennoch zu einem Zwischenfall, kann richtiges Handeln vor Ort weitere Verletzungen und Folgeunfälle verhindern.
Viele Wintersportbegeisterte können es kaum erwarten, die ersten Schwünge im freien Gelände zu ziehen. „Skitouren sind ein beeindruckendes Naturerlebnis. Doch sie verlangen Respekt – gegenüber den alpinen Gefahren und gegenüber der Natur. Mit dem Start in die Saison steigt auch die Verantwortung – für die eigene Sicherheit, für unsere empfindlichen Naturräume und auch für die Sicherheit unserer Mitmenschen. Naturschutz und Eigenverantwortung gehen im alpinen Gelände Hand in Hand“, betont Landesrat Christian Gantner.
Im Winter 2023/2024 verunfallten in Vorarlberg 24 Personen bei Lawinenunfällen, eine davon tödlich. „Neben einer sorgfältigen Vorbereitung sind Eigenverantwortung und Umsicht unerlässlich. Wer im freien Gelände in Schwierigkeiten gerät, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern immer auch jene, die Hilfe leisten. Unsere Einsatzkräfte bewegen sich bei Bergungen häufig in hochriskanten Situationen. Dieses Bewusstsein muss in jede Tourenentscheidung einfließen – genauso wie der respektvolle Umgang mit Wildtieren, die im Winter auf Ruhe angewiesen sind, sowie mit unseren Schutzwäldern und sensiblen Lebensräumen“, so Gantner weiter.
Unfälle durch Vorbereitung vermeiden
Viele Unfälle im freien Gelände ließen sich durch bessere Vorbereitung verhindern: Materialcheck, Tourenplanung, körperliche Fitness und solide Fahrtechnik sind entscheidend.
„Wir empfehlen die Teilnahme an den zahlreich angebotenen Kursen der Alpinorganisationen. Sie vermitteln das notwendige Wissen und praktische Fertigkeiten“, erklärt Mario Amann, Geschäftsführer von Sicheres Vorarlberg. Basiswissen hilft, Touren richtig zu planen und die Notfallausrüstung korrekt einzusetzen.
Unterschätztes Risiko bei Lawinenwarnstufen 1 und 2
Immer wieder kommt es zu Unglücken bei niedriger Lawinenwarnstufe. Auffällig: Die Zahl der Lawinentoten in Österreich bei Gefahrenstufe 1 und 2 (gering und mäßig) ist stark gestiegen. Im Betrachtungszeitraum starben 69 Prozent (11 Personen) der Opfer bei Stufe 1 oder 2 – deutlich mehr als das 10-Jahres-Mittel von 31 Prozent. Bei Stufe 3 (erheblich) waren es hingegen nur 19 Prozent (3 Personen) statt durchschnittlich 53 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass Wintersportler:innen für die Gefahren bei Lawinenwarnstufe 3 bereits sensibilisiert sind. Ob dieser Trend anhält oder der vergangene Winter eine Ausnahme war, bleibt abzuwarten.
Die hohe Zahl von Lawinentoten bei Gefahrenstufe 2 bestätigt, dass Schwachschichten oft kaum erkennbar sind. Die schneedeckenspezifischen Probleme sind komplex. „Viele Tourengehende verlassen sich auf das Zahlensystem der Lawinenwarnstufen, das ihnen Sicherheit suggeriert – ohne die Details der Lawinenlage zu berücksichtigen, was fatale Folgen haben kann,“ warnt Amann.
Eine gute Ausrüstung, sorgfältige Planung und die Anwendung aller Sicherheitsmaßnahmen sind unverzichtbar. Das verbleibende Risiko muss für jede:n Einzelne:n und das Umfeld vertretbar sein. „In kritischen Momenten gilt es, bewusst zu entscheiden und gegebenenfalls der Verlockung zu widerstehen. So übernehmen wir Verantwortung für uns selbst und andere“, appelliert Amann. Er gibt zu bedenken, dass das Risiko zwar minimiert, aber niemals ausgeschlossen werden kann.
Im Notfall richtig handeln
Passiert dennoch ein Unglück im freien Gelände, gilt es entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um Folgeunfälle und weitere Verletzungen zu verhindern. „In Notfällen zählt jede Minute – und jedes Stück Ausrüstung, das man richtig einzusetzen weiß“, betont Einsatzbergretterin und Notfallsanitäterin Daniela Huber. Oft unterschätzt ist die Rettungsdecke, denn sie ist ein vielseitig anwendbares Multitalent.
- Wärmeerhalt & Schutz vor Wind/Nässe
- Windschutz & Biwak-Ersatz
- Signalfläche für Rettung
- Schienmaterial oder Stütze
- Einsatz als provisorische Sonnenbrille
- Tragehilfe für Verletztentransport
Skitouren sind mit Verantwortung ein großartiges Erlebnis. Gute Vorbereitung, Respekt vor der Natur und umsichtiges Verhalten sind der Schlüssel, um sicher heimzukommen.
- Redaktion
- Thomas Mair
Pressebilder
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SKITOUREN MIT VERANTWORTUNG – RISIKEN ERKENNEN, NATUR SCHÜTZEN, SICHER HEIMKOMMEN
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