Medieninformation Donnerstag, 07.05.2026, 11:47 Neue Wege in der Suchthilfe Vorarlberg setzt auf integrierte Beratung und moderne Versorgung im ganzen Land
Bregenz (VLK) – Suchterkrankungen betreffen Menschen in allen Lebenslagen – unabhängig von Alter, sozialem Hintergrund oder der Art der Abhängigkeit. Erkrankungsbilder verändern sich durch neue Konsumformen laufend, Mischkonsum nimmt deutlich zu. In Anlehnung an das neue Psychiatrie- und Suchtkonzept reagiert das Land Vorarlberg mit einer grundlegenden Weiterentwicklung der Suchthilfe und schafft integrierte Suchtberatungsstellen auf Bezirksebene – als zentrale Anlaufstellen für Menschen mit problematischem Substanzkonsum und Abhängigkeitserkrankungen sowie für An- und Zugehörige. „Die integrierte Suchtberatung ist eine zentrale Säule der neuen Psychiatrie- und Suchtstrategie des Landes und steht für einen Paradigmenwechsel: weg von substanzbezogenen Einzelangeboten hin zu einem umfassenden und bedarfsorientierten System“, sagt Landesrätin Martina Rüscher. Ziel ist es, für KonsumentInnen und Angehörige einen „best-point of service“ zu bieten, welcher den Weg in ein selbstbestimmtes Leben nach den individuellen Zielen multiprofessionell unterstützt.
Unabhängig von der Art der Suchterkrankung (z.B. Alkohol-, Nikotin-, Medikamenten-, und Drogenabhängigkeit, pathologisches Glücksspiel, Internetnutzungsstörungen, etc.) werden die zukünftigen Sucht- und Drogenberatungsstellen die richtige Anlaufstelle sein für KonsumentInnen mit dem Wunsch nach Veränderung. Die Umsetzung erfolgt schrittweise im Rahmen eines mehrphasigen Modells, so Rüscher: Bereits im Jahr 2026 beginnt die Planungs- und Vorbereitungsphase für die Bezirke Bregenz und Feldkirch. Die konkrete Umsetzung und Inbetriebnahme der ersten integrierten Suchtberatungsstellen ist für 2027 vorgesehen. Parallel zur strukturellen Neuausrichtung werden auch die inhaltlichen Angebote weiterentwickelt.
Die Reform betrifft auch die Organisation der Medikamentenabgabe im Rahmen der Opioid-Substitutionstherapie: Im Zuge der Neuausrichtung wird der Betrieb von zwei „Abgabestellen“ in Bregenz und Feldkirch beendet. Die Abgabe der Medikamente erfolgt künftig – im Einklang mit den anderen Bezirken und der österreichweiten Praxis – über öffentliche Apotheken. Die medizinische Behandlung durch ÄrztInnen sowie die begleitende psychosoziale Beratung und Betreuung bleiben selbstverständlich weiterhin vollumfänglich erhalten. Der Übergang in diese neue Struktur wird bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Mit dieser Umstellung verfolgt das Land ein klares Ziel: Suchterkrankungen sollen wieder stärker in die Mitte der Gesellschaft und in die reguläre Gesundheitsversorgung gehören. Die Integration der Medikamentenabgabe in Apotheken ist dabei auch ein Schritt zur Entstigmatisierung von Suchterkrankungen.
„Mit der Einführung integrierter Suchtberatungsstellen und der umfassenden Weiterentwicklung der Angebote setzt das Land Vorarlberg ein starkes Zeichen für eine moderne, menschennahe und zukunftsorientierte Suchthilfe“, betont Landesrätin Rüscher. Ihr besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden sowie den zahlreichen Systempartnern, die mit großem Engagement und hoher fachlicher Kompetenz an der Weiterentwicklung der Suchthilfe mitwirken: „Dadurch schaffen wir zukunftsorientierte Angebote, die bei den Menschen ankommen und konkrete Unterstützung bieten.“
- Redaktion
- Gerhard Wirth