Medieninformation Freitag, 19.12.2025, 15:48 LR Gantner: „Planungssicherheit für die heimische Land- und Forstwirtschaft und den ländlichen Raum“ Wichtige Abstimmungen und Beschlussfassungen der Landesagrarreferenten

Wien (VLK) – Bei der Landesagrarreferentenkonferenz am Freitag (19. Dezember) in Wien standen zwei wichtige Zukunftsthemen der heimischen Landwirtschaft und des ländlichen Raumes im Fokus: der mehrjährige EU-Finanzrahmen 2028-2034 samt künftiger Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie gemeinsame Maßnahmen und Aktivitäten der Bundesländer im Umgang mit großen Beutegreifern. „Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten einen unschätzbaren Beitrag für Ernährungssicherheit, Landschaftspflege und chancenreiche Lebensräume. Dafür brauchen sie Planungssicherheit. Als Politik setzen wir die richtigen Rahmenbedingungen, damit diese gesamtgesellschaftlichen Leistungen auch in Zukunft gesichert bleiben“, betont Landesrat Christian Gantner.

Zukunft der GAP: Planungssicherheit für unsere bäuerlichen Familienbetriebe
Die Europäische Kommission hat im Sommer die ersten Eckpfeiler des Mehrjährigen EU-Finanzrahmens (MFR) und der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 präsentiert. Für Österreich bleiben sowohl die EU-Direktzahlungen als auch die zweite Säule – Agrarumweltprogramm ÖPUL, Ausgleichszulage und projektorientierte Maßnahmen – zentrale Instrumente, um die flächendeckende Bewirtschaftung im Berggebiet aufrechtzuerhalten und Investitionen in Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz und regionale Wertschöpfung nachhaltig abzusichern. 

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Budgetdebatten in Brüssel und der Diskussion über einen möglichen „Single Fund“ warnen die Landesagrarreferenten eindringlich vor einer Aufweichung oder Vermischung der GAP-Strukturen. In einem zunehmend härteren Wettbewerb um EU-Mittel müsse die Landwirtschaft ihre eigenständige Finanzierung bewahren. 

Landesrat Gantner unterstreicht, dass die GAP weiterhin eigenständig, zweckgebunden und ausreichend dotiert bleiben muss: „Die Leistungen unserer Bäuerinnen und Bauern sind nicht selbstverständlich, sondern verdienen gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung. Die GAP bildet gemeinsam mit den landeseigenen Leistungsabgeltungen ein wichtiges Rückgrat für unsere bäuerlichen Familienbetriebe und für chancenreiche Lebensräume. Ihre Mittel dürfen nicht gekürzt und nicht zur Verschiebemasse innerhalb des EU-Budgets werden, sondern müssen gesichert bleiben – im Interesse der Umwelt, der Regionen und der Versorgungssicherheit.“

GAP-Strategieplan Österreich 2023-2027: Umsetzung und notwendige Anpassungen
Die Umsetzung des GAP-Strategieplans Österreich 2023–2027 verläuft insgesamt sehr positiv und zeigt, dass die Maßnahmen – von ÖPUL über Investitionsförderungen bis hin zu Programmen für Wissenstransfer und ländliche Entwicklung – bei den Betrieben ankommen und Wirkung entfalten. „Eine nachhaltige und innovative Landwirtschaft kann auch in herausfordernden Zeiten erfolgreich gestaltet werden. Wir stehen für eine starke, zukunftsfähige Landwirtschaft und lebendige ländliche Regionen, die den Herausforderungen der kommenden Jahre gewachsen sind“, betont Landesrat Gantner. 

Große Beutegreifer: Maßnahmen für Alpwirtschaft und Biodiversität
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz waren die gemeinsamen Maßnahmen und Aktivitäten zum Management großer Beutegreifer. Die Bundesländer bekannten sich zur Weiterentwicklung und organisatorischen Stärkung des Österreichzentrums Bär, Wolf, Luchs und zu einem österreichweiten, aktiven Monitoring, insbesondere in Regionen mit hohem Rissgeschehen oder Rudelbildung. Dafür wird eine zentrale österreichweite Datenbank anvisiert. Ziel ist es, valide Daten für ganz Österreich zu gewinnen, Synergien zu nutzen und den steigenden Bedarf im Wolfsmanagement effizient abzudecken.

Auf Basis der bisherigen Ergebnisse der LeKoWolf-Studie (Lebensraum- und Konfliktpotenzialmodell für den Wolf) wird eine Folgestudie empfohlen. Diese soll den günstigen Erhaltungszustand des Wolfs wissenschaftlich ermitteln und eine rechtssichere Grundlage für zukünftige Managementmaßnahmen schaffen.

Vorarlberg unterstützt die Weiterentwicklung des Österreichzentrums, betont jedoch klar, dass Monitoring und Forschung nur dann wirksam sind, wenn sie konkrete Managemententscheidungen und wirksame Schutzmaßnahmen ermöglichen. „Der Wolf gefährdet die Alpwirtschaft und die harte Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern – deshalb brauchen wir echte Handlungsspielräume. Klare Regeln, schnelle Entnahmen problematischer Wölfe und die Anerkennung der besonderen topografischen und strukturellen Herausforderungen des Alpenraums sind Voraussetzung, um unsere Kulturlandschaft und die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern zu schützen“, so der Landesrat.

Weitere Themen der Landesagrarreferentenkonferenz waren die praktikable Umsetzung der EU-Richtlinie zur Bodenüberwachung und für Bodenresilienz, die bundesländerübergreifenden Fördermaßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft (BLÜM), sowie der Aktionsplan Nachhaltige Beschaffung (NABE), der auch künftig eine stabile Grundlage für Bio-Lebensmittel und Fleisch aus Tierwohlhaltung in der öffentlichen Beschaffung bilden wird.

Redaktion
Gerhard Wirth

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