Medieninformation Sonntag, 28.12.2025, 08:00 LH Wallner: „Vorarlberg als Chancenreichster Lebensraum für Kinder auch 2026 zentrales Thema“ Erfolgreiche Chancenprojekte werden fortgesetzt und neue lanciert
Bregenz (VLK) – Auch im Jahr 2026 setzt die Vorarlberger Landesregierung auf die bewährte Förderung von Chancenprojekten, um die Lebensqualität und die Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder und Familien weiter zu verbessern. Im neuen Jahr werden sowohl bestehende als auch neue Initiativen unterstützt. Landeshauptmann Markus Wallner betont: „Diese Projekte tragen auf vielen Ebenen zur Weiterentwicklung unserer Region bei – gerade die Jugend profitiert. So unterschiedlich die Initiativen auch sind, ihnen allen ist das große Ziel gemein, das dahintersteht: eine nachhaltige und chancenreiche Zukunft für alle“. Insgesamt 14 Projekte, darunter drei neue, werden 2026 durch das Programm unterstützt.
Die Chancenprojekte der Marke Vorarlberg sind ein zentraler Bestandteil der Vision, Vorarlberg zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder und Jugendliche zu machen. Im Jahr 2026 werden elf Projekte fortgeführt, die in den vergangenen Jahren bereits positive Impulse gesetzt haben, drei neue kommen dazu. „Unser Ziel ist es, die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen und gleichzeitig neue Wege zu beschreiten“, erklärt Landeshauptmann Wallner. Die Projekte decken ein breites Spektrum ab: von Bildung und sozialer Unterstützung über Sport und Gesundheit bis hin zu Kunst und Kultur.
Die 14 Chancenprojekte 2026:
NEU:
• Biosphärenparkregion Großes Walsertal („BiosVäre“)
Das Projekt etabliert das bestehende „biosphärenpark.haus“ als Zentrum für Natur, Kultur und Gemeinschaft, um Nachhaltigkeit im ländlichen Raum erlebbar zu machen. Es bietet Schulklassen, Auszubildenden und Jugendgruppen die Möglichkeit, regionale Prozesse und Produkte durch direkten Zugang zur Natur ganzheitlich kennenzulernen. Durch die enge Vernetzung mit der urbanen „CampusVäre“ wird zudem die Stadt-Land-Beziehung in Vorarlberg gestärkt und ein System für zukunftsorientiertes Handeln gefördert.
• Relaunch Inatura Dauerausstellung – Bereich Mensch
Im Rahmen dieses Projekts wird der Ausstellungsbereich „Das Wunder Mensch“ modernisiert, um nach über zehn Jahren intensiver Nutzung Technik und Inhalte auf den neuesten Stand zu bringen. Es entsteht ein lebendiger Lernraum, der den Menschen in seiner biologischen und sozialen Verbundenheit zeigt und durch neue Vermittlungsformen Neugier und Toleranz fördert. Das Ziel besteht darin, die pädagogische Strahlkraft für die jährlich über 120.000 Besucher zu erhalten und Kindern ein tieferes Verständnis für sich selbst und andere zu vermitteln.
• Stärkung der Lehre (Ausbildungs- u. Beschäftigungsinitiativen)
Mit dieser Initiative soll eine lückenlose Unterstützung für Lehrlinge und Betriebe geschaffen werden, um Ausbildungserfolge abzusichern und Lehrabbrüche zu verhindern. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen werden bei der Ausbildungsplanung und der Bewältigung psychosozialer Herausforderungen der Jugendlichen unterstützt. Das Programm umfasst konkrete Bausteine wie individuelle Nachhilfe und Lernbegleitung sowie Workshops zu Themen wie Mobbing und psychische Gesundheit.
In den folgenden bereichen laufen Projekte:
• Lerncafés der Caritas: Dieses Projekt bietet Kindern aus Familien mit niedrigen Einkommen eine kostenlose Lernbetreuung bis zur 9. Schulstufe an aktuell 16 Standorten. Neben der fachlichen Unterstützung stehen die Stärkung der Resilienz und die Vermittlung von Lernstrategien im Fokus. Durch die enge Vernetzung mit Gemeinden und Schulen wird ein stabiles Unterstützungsnetzwerk geschaffen.
Aktuell: Im Schuljahr 2024/25 schlossen 96 % der teilnehmenden Kinder ihr Schuljahr auf Anhieb positiv ab.
• Schulsozialarbeit: Die Schulsozialarbeit ist ein präventives Angebot der Kinder- und Jugendhilfe, das SchülerInnen direkt am Standort bei sozialen Problemlagen und Sorgen unterstützt. Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Schule und außerschulischen Lebenswelten und entlastet somit auch die Lehrkräfte. Durch kontinuierliche Beziehungsarbeit können Schwierigkeiten frühzeitig erkannt und Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden.
Aktuell: In den zehn am stärksten belasteten Planungsräumen konnte die bedarfsgerechte Versorgung bereits vollständig umgesetzt werden.
• Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Kinderbetreuung: Um dem steigenden Personalbedarf zu begegnen, fördert das Land junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen absolvieren. Das Projekt bietet den Teilnehmern die Chance, das Berufsfeld praxisnah kennenzulernen und sich für eine entsprechende Ausbildung zu begeistern. Das Land übernimmt dabei die Kosten für die Löhne und Fahrten der Teilnehmer.
Aktuell: Im Betreuungsjahr 2024/25 konnten sechs Personen erfolgreich an Einsatzstellen vermittelt werden.
• Kinder.Essen.Körig: Dieses Modell fördert eine hochwertige, regionale und biologische Mittagsverpflegung an öffentlichen Schulen und macht diese für Familien leistbarer. Es setzt Anreize für Gemeinden, gesunde Ernährung nach klaren Qualitätsrichtlinien anzubieten und stärkt gleichzeitig die regionale Landwirtschaft. Das Projekt wird jährlich evaluiert, um die Akzeptanz und Qualität der Speisepläne sicherzustellen.
Aktuell: Im zweiten Förderjahr wurden bereits 803.370 Mittagessen in 71 teilnehmenden Gemeinden unterstützt.
• Tbe – Tägliche Bewegungseinheit: Das Projekt verankert eine positive Bewegungskultur an Kindergärten und Schulen durch zusätzliche, professionell angeleitete Einheiten. Grundlage ist ein 3-Säulen-Modell, das neben der Bewegungsvielfalt auch die Kompetenzen von PädagogInnen und Coaches stärkt. Ziel ist die nachhaltige Gesundheitsprävention für Kinder in allen Regionen Vorarlbergs.
Aktuell: Eine internationale Evaluation sowie Rückmeldungen von Eltern bestätigten deutliche positive Wirkungen auf die Gesundheit und Bewegungsfreude der Kinder.
• Chancen im Sport für Kinder und Jugendliche: Die Vernetzung von Systempartnern verbessert systematisch die Bewegungs- und Entwicklungsmöglichkeiten junger Menschen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Inklusion von Kindern mit Behinderung sowie auf der Talentförderung in Zusammenarbeit mit Fachverbänden. Unterstützt werden sowohl leistungssportliche Strukturen als auch niederschwellige Trendsportfestivals.
Aktuell: Bisher wurden bereits neun Fachverbände und rund 1.800 Kinder und Jugendliche durch die Maßnahmen erreicht.
• Chancen für Mädchen im Mannschaftssport: Das Projekt stärkt die Teilhabe und Sichtbarkeit von Mädchen im Teamsport, indem es neue Strukturen und gendersensible Rahmenbedingungen aufbaut. Es fördert Kooperationen zwischen Vereinen und Schulen, um die Motivation und das Zugehörigkeitsgefühl der Mädchen zu steigern. Das Ziel besteht in der nachhaltigen Verankerung von Chancengleichheit im Vorarlberger Sportwesen.
Aktuell: Es wurden 22 Projekte eingereicht, die 10 unterschiedliche Sportarten für Mädchen zwischen 7 und 18 Jahren abdecken.
• Pre-College plus: Dieses Programm bietet musikalisch hochbegabten Jugendlichen eine zweijährige, professionelle Studienvorbereitung an der Stella Vorarlberg. Es steht allen Talenten zwischen 14 und 19 Jahren offen, unabhängig vom schulischen Hintergrund, und sichert langfristig den regionalen Bedarf an Musikpädagogen. Die Teilnehmer erhalten eine fachlich fundierte Ausbildung, die eng mit den Berufsstudiengängen verknüpft ist.
Aktuell: Zum Lehrgangsstart im Oktober 2025 wurden bereits 15 Talente nach einem kompetitiven Auswahlverfahren aufgenommen.
• Symphonieorchester Vorarlberg (SOV): Das SOV sichert die musikalische Grundversorgung und bietet jungen Talenten professionelle Einstiegsmöglichkeiten in die Orchesterlaufbahn. Mit Formaten wie dem U30-Abo und Schulpartnerschaften öffnet es gezielt den Zugang zu klassischer Musik für ein junges Publikum. Als zentraler Kulturträger stärkt das Orchester die regionale Identität und Bildung.
Aktuell: Das Orchester erreicht jährlich bis zu 30.000 Besucher und besteht zu etwa 75 % aus Musikern mit regionalem Bezug.
• Bodenfonds Vorarlberg: Der Fonds dient dem strategischen Ankauf von Grundstücken, um langfristig Flächen für bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Die Projekte werden in enger Abstimmung mit den Gemeinden entwickelt. Maßstab für die Vergabe ist die Wohnbauförderung. Das Ziel besteht darin, den angespannten Wohnungsmarkt in Vorarlberg nachhaltig zu entlasten.
Aktuell: Derzeit befinden sich bereits neun konkrete Grundstücksprojekte in der Umsetzung.
• Soziale Staffelung – Beitragsfreiheit: Dieses Projekt ermöglicht einkommensschwachen Familien einen kostenlosen Zugang zur Kinderbetreuung von bis zu 25 Wochenstunden. Durch die Streichung der Elternbeiträge werden Bildungschancen verbessert und finanzielle Hürden abgebaut. Die Maßnahme gilt für Kindergärten, Spielgruppen und die Betreuung bei Tageseltern.
Aktuell: Im Jahr 2024 konnten über 8.400 monatliche Elternbeiträge finanziell unterstützt werden.
Mehr dazu siehe unter: www.vorarlberg-chancenreich.at
- Redaktion
- Mathias Bertsch