Medieninformation Mittwoch, 09.08.2023, 08:30 Kooperative Zusammenarbeit als Voraussetzung für eine gute Wohngemeinschaft Zehn Jahre erfolgreiche Siedlungsarbeit von ifs und Land Vorarlberg
Bregenz (VLK) – In 80 Vorarlberger Gemeinden gibt es rund 900 Wohnanlagen im gemeinnützigen Wohnbau mit etwa 22.000 Wohneinheiten. Um ein gemeinschaftliches Zusammenleben in diesen Siedlungen sicherzustellen, hat das Land bereits 2013 gemeinsam mit dem Institut für Sozialdienste (IfS) eine Kompetenzstelle für Siedlungsarbeit eingerichtet, die nach wie vor aktiv als Ansprechpartner und Zuständigkeitsstelle fungiert. „Die Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren sehr bewährt“, bestätigt Landesrat Marco Tittler.
Der gemeinnützige Wohnbau in Vorarlberg ist hinsichtlich ökologischer, bautechnischer und architektonischer Standards österreichweit führend. Ein funktionierendes Gemeinwesen braucht aber darüber hinaus eine qualitätsvolle und nachhaltige Siedlungsarbeit, die Rahmenbedingungen für ein gelingendes Zusammenleben schafft und eine hohe Wohnzufriedenheit ermöglicht. Seit nunmehr zehn Jahren arbeitet die ifs Kompetenzstelle Siedlungsarbeit im Auftrag des Landes daran, BewohnerInnen, Gemeinden und gemeinnützige Wohnbauträger bei der Erreichung dieser Ziele zu unterstützen.
10 Jahre – 55 Projekte
Die ifs Kompetenzstelle ist als „one-stop-shop“ Ansprechpartner für alle Beteiligten. Ein Grundsatz der Siedlungsarbeit ist, in der Vielfalt der Bewohner:innenschaft im gemeinnützigen Wohnbau die Chancen zu erkennen und positiv auf den Prozess des Zusammenlebens einwirken zu können. In diesen 10 Jahren habe sich gezeigt, dass ein funktionierendes Gemeinwesen nur gelingen kann, wenn alle Akteurinnen und Akteure intensiv und kooperativ zusammenarbeiten, wird von Seiten der ifs Kompetenzstelle Siedlungsarbeit betont.
In enger Zusammenarbeit mit den drei im Land tätigen gemeinnützigen Bauvereinigungen und den Gemeinden wurden in den zehn Jahren insgesamt 55 Projekte im Bereich der Siedlungsarbeit durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen flossen auch in die Weiterentwicklung der landesweiten Wohnbauförderrichtlinien ein.
Gegenseitiger Gewinn durch enge Zusammenarbeit
Für ein gelingendes Wohnen und Leben in einer Siedlung ist nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern notwendig, sondern auch jene zwischen den Mitarbeitenden der gemeinnützigen Bauvereinigungen, die u.a. mit der Hausverwaltung, der Mietenvorschreibung und dem Mahnwesen betraut sind. Die Zusammenarbeit zwischen den gemeinnützigen Bauvereinigungen und der ifs Kompetenzstelle Siedlungsarbeit ist eine gegenseitige Bereicherung, die sich seit Jahren in einer sehr guten Kooperation und in erfolgreichen Lösungen niederschlägt. Alexandra Schalegg von der Alpenländischen Gemeinnützigen WohnbauGmbH weist auf das breite Einsatzfeld der Kompetenzstelle hin: „Die Siedlungsarbeit leistet wertvolle Unterstützung in vielen Bereichen. Dies bei langfristigen Projekten in unseren Wohnanlagen, bei Einzugsbegleitungen, im Konfliktmanagement und vielem mehr.“
Auch Oliver Steiner und Carina Welzig-Steu von der VOGEWOSI, dem größten gemeinnützigen Wohnbauträger des Landes, sind sich über die hilfreiche Siedlungsarbeit der Kompetenzstelle einig: „Die Beiziehung externer Expertinnen und Experten sowie deren landesweite Vernetzung mit verschiedensten Stellen und Einrichtungen ergänzen und unterstützen unsere Arbeit. Oft ist es dieser Blick von außen und das Aufzeigen von Vorschlägen, die uns dabei helfen, für alle Beteiligten in der Sache selbst konstruktive Lösungen zu finden.“
Dem schließt sich Alexander Pauger von der Wohnbauselbsthilfe Vorarlberg an: „Oft haben wir in der Hausverwaltung zwischenmenschliche Themen, die nicht in unser Fachgebiet fallen. Hier sind wir glücklich, mit „ifs Siedlungsarbeit“ einen starken Partner zu haben, auf den wir immer zurückgreifen können.“ Als Beispiele für die erfolgreiche Zusammenarbeit nennt Pauger die Gründung einer Aktivgruppe in der Otto-Wohlgenannt-Siedlung in Dornbirn, die vom ifs begleitet und unterstützt wurde, sowie das Siedlungsprojekt Doren. Bei beiden Projekten wurde die Nachbarschaft und das Zusammenleben in der Siedlung nachhaltig gefördert.
Ein weiteres Beispiel für die gelungene Siedlungsarbeit ist das Siedlungsprojekt „Hannes-Grabher-Siedlung“ in Lustenau, wo durch die Aufwertung der Freiräume, die Anpassung der Wohnungsvergabe sowie durch die langfristige Einbindung einer Sozialberatung vor Ort nachhaltige Rahmenbedingungen geschaffen wurden.
Weiterführung der erfolgreichen Siedlungsarbeit
Die vergangenen zehn Jahre haben den Mehrwert der kooperativen Siedlungsarbeit aufgezeigt, sind sich alle drei im Land tätigen gemeinnützigen Bauvereinigungen einig. Diese Wertschätzung drückt sich auch in der finanziellen Beteiligung der gemeinnützigen Bauvereinigungen an den Siedlungsprojekten aus. Der Aufwand für die Kompetenzstelle selbst wird vom Land getragen.
Landesrat Marco Tittler betont die Wichtigkeit der Siedlungsarbeit und bedankt sich bei allen Beteiligten, die sich im Rahmen der Siedlungsarbeit für ein gelingendes „miteinander Wohnen und Leben“ einsetzen. Einen besonderen Dank richtet er an das ifs-wohnen-Team unter der Leitung von Heidi Lorenzi: „Die Gestaltung des Zusammenlebens und der Integration ist ein wesentlicher Baustein für die Wohn- und Lebensqualität. Weil das Funktionieren dieses Prozesses nicht selbstverständlich ist, wird die Siedlungsarbeit nachhaltig weitergeführt.“
Details zu den einzelnen Projekten können den jeweiligen Jahresberichten der Kompetenzstelle entnommen werden, die auf der Homepage des Landes veröffentlicht sind. Jahresbericht 2022: https://vorarlberg.at/documents/302033/473181/Siedlungsarbeit+%E2%80%93+Jahresbericht+2022+ifs+Wohnen.pdf/9934a45f-57b8-c4d3-0e75-f519e0469175?t=1673265413882
- Redaktion
- Martina Hämmerle