Medieninformation Montag, 09.02.2026, 17:00 Vorarlberger Gemeinden: Land stärkt Finanzkraft und setzt auf Partnerschaft

Bregenz (VLK) – Mit der Beantwortung einer Landtagsanfrage zur Finanzsituation der Gemeinden unterstreicht das Land Vorarlberg seine enge Partnerschaft mit den 96 Städten und Gemeinden und die umfangreichen Unterstützungsleistungen für eine solide Gemeindefinanzierung. Landeshauptmann Markus Wallner verweist auf die wachsenden Herausforderungen, aber auch auf eine Reihe gezielter Instrumente zur Stärkung der kommunalen Finanzkraft.

„Länder und Gemeinden haben Aufgaben mit großer Ausgabendynamik, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Kinderbetreuung und Bildung“, stellt Landeshauptmann Markus Wallner klar. „Die herausfordernde finanzielle Lage vieler Gemeinden ist uns selbstverständlich bewusst. Dabei handelt es sich aber nicht um ein Vorarlberger Spezifikum. Gleichzeitig muss aber gesagt werden: Im Vergleich mit anderen Bundesländern führen insbesondere das hohe Lohn- und Gehaltsniveau sowie die überdurchschnittlichen Kosten in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur/Bau und Grundstücke zu strukturellen Mehrbelastungen der Vorarlberger Gemeindebudgets. Das Land Vorarlberg unterstützt die Gemeinden selbstverständlich auch bei der Umsetzung von Konsolidierungsbemühungen – etwa durch Förderungen und Beratungsleistungen.“

Gezielte Begleitung der Gemeindefinanzen

Die Beantwortung der Landtagsanfrage zeigt, dass das Land die Finanzlage der Gemeinden eng begleitet. Auf Basis von Voranschlägen und Rechnungsabschlüssen wird jährlich eine Finanzlageberechnung erstellt, die frei verfügbare Mittel und Verschuldungsgrad ausweist. Gemeinden mit hoher Verschuldung erhalten eine eigene schriftliche Bewertung, in der auf Risiken hingewiesen und – wo notwendig – Konsolidierungsmaßnahmen empfohlen werden. Neben dieser laufenden Aufsicht steht die Gebarungskontrolle den Gemeinden bei Projekten beratend zur Seite. Das Land bewertet die Finanzlage der Gemeinden jährlich auf Basis von Voranschlag und Rechnungsabschluss mittels einer „Finanzlageberechnung“ (Bruttoüberschuss, Nettoschuldendienst, frei verfügbare Mittel, Verschuldungsgrad). 2024 wiesen 46 Gemeinden negative frei verfügbare Mittel auf. Die Vorarlberger Gemeinden liegen damit etwa im österreichischen Schnitt.

Förderungen auf Rekordniveau

Besonders deutlich wird die finanzielle Unterstützung des Landes in den aktuellen Zahlen: „Die Transferleistungen an die Vorarlberger Gemeinden erreichen mit 345,8 Millionen Euro für das Jahr 2026 einen neuen Höchststand. Dies entspricht einer Steigerung von rund 3,8 Prozent gegenüber dem Voranschlag für das Jahr 2025“, so Wallner. Diese beträchtliche Summe zur Stärkung der kommunalen Finanzkraft setzt sich vor allem aus 204,8 Millionen Euro an Gemeindeförderungen zusammen, die direkt aus Landesmitteln stammen – das sind fast 10 Millionen mehr als im Vorjahr veranschlagt. Hinzu kommen weitere 94,6 Millionen Euro in Form von Bedarfszuweisungen an die Gemeinden. Diese Zahl verdeutlicht die enge Partnerschaft zwischen dem Land und den 96 Vorarlberger Gemeinden“, so der Landeshauptmann.

Förderung von Digitalisierung und interkommunaler Zusammenarbeit

Zur Effizienzsteigerung und Verwaltungsmodernisierung unterstützt das Land die Gemeinden finanziell und organisatorisch bei Digitalisierungsvorhaben (u.a. V-DOK, k5, vConnect, WAHLAN, LogaHR, GIS Vorarlberg, Corporate Network Vorarlberg, Portalverbund). Interkommunale Kooperationen werden über eigene Bedarfszuweisungs-Richtlinien sowie Infrastrukturförderungen unterstützt. Ein wichtiger Faktor zur Entlastung der Gemeinden ist auch die enge Zusammenarbeit untereinander. „Vorarlberg ist das Land der Gemeindekooperationen“, betont der Landeshauptmann. „Aktuell gibt es rund 300 formelle Kooperationen zwischen Gemeinden in Vorarlberg – etwa Schulerhalterverbände, Wasserrechtsverbände, ÖPNV-Verbände, Regionalplanungsgemeinschaften, Staatsbürgerschaftsverbände oder Musikschulverbände. Das trägt auch zur Effizienzsteigerung und Kostenersparnissen bei.“

Wallner fordert Ausgleich vom Bund

Gleichzeitig verweist Wallner auf die Verantwortung des Bundes: „Klar ist aber auch: Wenn die Bundesebene alleine entscheidet, auf Einnahmen zu verzichten, wie das derzeit bei der Reduktion der Mehrwertsteuer auf bestimmte Lebensmittel passiert, haben dadurch auch die Länder und Gemeinden weniger Einnahmen. Ich erwarte mir, dass das vonseiten des Bundes ausgeglichen wird.“

Redaktion
Monika Bertsch

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