Medieninformation Freitag, 19.12.2025, 13:39 Drug Checking jetzt flächendeckend in Vorarlberg Landesrätin Rüscher: Wichtiger Beitrag zu Suchtprävention, Entstigmatisierung und Drogenmonitoring
Bregenz (VLK) – Mit der Ausrollung und Weiterentwicklung des Drug-Checking-Angebots in Vorarlberg setzt das Land ein klares Zeichen für evidenzbasierte Drogenpolitik, Suchtprävention und Risikominimierung. Seit Kurzem gibt es drei zusätzliche Stationen in unterschiedlichen Gesundheitseinrichtungen, wo Substanzproben anonym in speziellen Abgabeboxen zur Analyse eingereicht werden können – in der Montfortapotheke in Feldkirch, im Clean Bregenz und im Ärztehaus Egg. Daneben bestehen weiterhin die bewährten persönlichen Abgabemöglichkeiten in der „Fähre“ Dornbirn – mit individueller Beratung durch Fachkräfte – und beim „Do it yourself“ in Bludenz. Damit ist das Drug-Checking-Angebot nun in allen Bezirkshauptstädten Vorarlbergs und im Bregenzerwald niederschwellig verfügbar. Online fungiert die neu aufgebaute Website www.checkklug.at als zentrale Plattform, über die Warnhinweise und Informationen zu riskantem Konsum transparent veröffentlicht werden.
Für Landesrätin Martina Rüscher ist Drug Checking ein zentraler Bestandteil einer modernen Suchtpolitik, die Verantwortung, Transparenz und Aufklärung miteinander verbindet. „Durch das Zusammenwirken von Gesundheitsverwaltung, Suchtfachstellen und engagierten PartnerInnen entsteht ein nachhaltiges Präventionsinstrument, das Leben schützt, Risiken reduziert und Wissen stärkt“, so Rüscher.
Bei Drug Checking geht es um Schadensminimierung durch frühzeitige Anbindung an die professionelle Suchthilfe und um das Monitoring illegaler Drogen und neuer psychoaktiver Substanzen. Durch die Analyse von Substanzen können gefährliche Streckmittel, unerwartete Wirkstoffkonzentrationen oder neue psychoaktive Substanzen frühzeitig erkannt werden. KonsumentInnen erhalten dadurch fundierte Informationen über die tatsächliche Zusammensetzung der Substanzen und können ihr Verhalten besser einschätzen. Das reduziert gesundheitliche Risiken und fördert einen reflektierten Umgang mit Drogen bevor eine Suchterkrankung entsteht.
Niederschwellig, anonym und sicher – die Drug-Checking-Abgabeboxen
Die Abgabeboxen stehen allen Interessierten offen und ermöglichen eine anonyme, sichere und unkomplizierte Abgabe von Proben. Im Vorfeld muss ein „Probencode“ auf www.checkklug.at generiert werden, der für die Ergebnisabholung notwendig ist. Die Ergebnisse der chemischen Analyse können nach bis zu einer Woche im Rahmen eines anonymen Konsumreflexionsgespräches mit einer SuchthilfeexpertIn – telefonisch, online oder persönliche – eingeholt werden. Dabei steht nicht nur der chemische Inhalt der Substanzprobe zur Debatte, sondern auch die Reflexion des Substanzkonsums.
Digitales Feedback und kontinuierliche Weiterentwicklung
Ein weiterer Schritt zur Verbesserung des Angebots ist die Einführung einer online Feedbackmöglichkeit: Auf allen Informationsplakaten bei den Abgabeboxen ist ein QR-Code, über den NutzerInnen Rückmeldungen geben können. Das hilft, das Angebot weiterzuentwickeln und noch besser auf die Bedürfnisse der Zielgruppen abzustimmen.
Drogenmonitoring: Früherkennung und faktenbasierte Politik
Neben dem individuellen Nutzen für Konsumierende liefert Drug Checking wertvolle Daten für das Drogenmonitoring in Vorarlberg. Die anonyme Erfassung und Analyse der abgegebenen Proben ermöglichen einen qualifizierten Einblick in neue Trends am Drogenmarkt. Dadurch können Gesundheitsbehörden, Suchthilfeeinrichtungen und Politik rascher reagieren – etwa durch gezielte Warnungen, Präventionsmaßnahmen oder Anpassungen im Beratungsangebot.
- Redaktion
- Gerhard Wirth