Medieninformation Montag, 23.03.2026, 11:00 Mobilität in Vorarlberg wurde in den vergangenen 20 Jahren spritsparender, umweltverträglicher und gesünder VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg sucht Projekte und Konzepte für effiziente Mobilität und nachhaltigen Gütertransport
Vorarlbergs Haushalte tankten zuletzt um 18 Millionen Liter weniger Sprit als vor zwanzig Jahren. Insgesamt sind die Treibhausgas Emissionen des Verkehrs binnen 20 Jahren um 20 Prozent gesunken, die gesundheitsschädlichen Stickoxid-Emissionen um 70 Prozent, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Projekte und innovative Konzepte, die die Mobilität und Gütertransport in Zukunft noch effizienter und nachhaltiger machen, sind beim diesjährigen VCÖ Mobilitätspreis Vorarlberg gesucht. Landesstatthalter Christof Bitschi, VCÖ und ÖBB rufen zur Teilnahme auf. „Wir freuen uns auch dieses Jahr wieder auf viele innovative Projekte und Konzepte, die eine zukunftsfähige und effiziente Mobilität bei uns im Land vorantreiben.“ Der VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Vorarlberg und den ÖBB durchgeführt.
Der Verkehr in Vorarlberg verursachte zuletzt pro Jahr rund 780.000 Tonnen CO2, rund 1.800 Tonnen Stickoxide und rund 150 Tonnen Feinstaub. In die Autos der Vorarlberger Haushalte fließen pro Jahr rund 130 Millionen Liter Sprit. „Seit dem Jahr 2005 gingen in Vorarlberg die CO2 Emissionen des Verkehrs um 20 Prozent zurück, die Feinstaub-Emissionen um 58 Prozent, die Stickoxid-Emissionen um 70 Prozent und Vorarlbergs Haushalte tanken pro Jahr um rund 18 Millionen Liter weniger Sprit“, verweist VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf Zahlen einer aktuellen VCÖ-Analyse. Gleichzeitig ist seit dem Jahr 2005 auch die Zahl der Verkehrstoten um 44 Prozent zurückgegangen. „Mit der konsequenten Umsetzung der Verkehrssicherheitsstrategie des Landes wollen wir diesen Weg für mehr Sicherheit auf unseren Straßen entschlossen weitergehen“, betont Landesstatthalter Christof Bitschi.
Neben der Sicherheit ist gerade die Reduktion des Spritverbrauchs in der aktuellen Situation von großer Bedeutung. „Allein die Verringerung des Verbrauchs um 18 Millionen Liter entlastet die Haushalte bei aktuellen Spritpreisen mit mehr als 30 Millionen Euro pro Jahr. Gerade in Zeiten wie diesen zahlt sich die Reduktion des Spritverbrauchs deshalb besonders aus. Denn der Spritverbrauch hat auf die jährlichen Spritkosten einen noch größeren Einfluss als die Spritpreise“, stellt Michael Schwendinger fest. Zur Reduktion des Spritverbrauchs in den vergangenen 20 Jahren hat auch wesentlich beigetragen, dass die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger heute viel häufiger mit dem Rad mobil sind. Im Jahr 2003 legte Vorarlbergs Bevölkerung 14 Prozent der Alltagswege mit dem Fahrrad zurück, im Jahr 2023 waren es mit 22 Prozent um über die Hälfte mehr. Gleichzeitig ist der Anteil der mit dem Pkw lenkend zurückgelegten Wege von 46 auf 41 Prozent zurückgegangen.
Der VCÖ hat Tipps zusammengestellt, wie Autofahrerinnen und Autofahrer erfolgreich Sprit und damit Geld sparen können. Beim Beschleunigen ist der Verbrauch am höchsten. Entsprechend reduziert langsameres Fahren den Verbrauch. Zudem ist vorausschauendes Fahren sehr wirksam, weil damit frühzeitig der Fuß vom Gaspedal genommen und gleichmäßiger gefahren werden kann. Stop & Go führt zu mehr Verbrauch. Wichtig ist zudem rasch in den nächsthöheren Ganz zu schalten und niedrig tourig zu fahren. Weitere Tipps: Spritfresser, wie Dachboxen oder eine zu stark eingestellte Klimaanlage möglichst vermeiden und auf den richtigen Reifendruck achten. Den Motor nicht am Stand laufen lassen.
„Allein durch den Fahrstil kann der Verbrauch um 15 bis 20 Prozent gesenkt werden. Wer darüber hinaus kurze Strecken möglichst oft mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fährt, spart zusätzlich Sprit. Denn gerade auf Kurzstrecken ist der Verbrauch pro Kilometer besonders hoch“, erinnert VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Mit dem Klimaticket Vorarlberg kann durch den Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr viel Geld gespart werden. Die Kosten von 448 Euro für die Jahreskarte entsprechen den Kosten von 896 Kilometer Autofahren, wenn das amtliche Kilometergeld zugrunde gelegt wird. Für Pendlerinnen und Pendler rechnet es sich besonders, wenn die gesamte Strecke oder mit Park & Ride ein Teil der Strecke öffentlich gefahren wird.
„Die Mobilität der Zukunft ist noch effizienter, nachhaltiger, gesünder und in Summe kostengünstiger. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Innovation und Umsetzungswille nötig. Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg wollen wir jene Projekte vor den Vorhang holen, die schon heute zeigen, wie Mobilität und Güterverkehr der Zukunft aussehen“, ruft VCÖ Experte Michael Schwendinger zur Teilnahme am VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg auf, der in Kooperation mit dem Land Vorarlberg und den ÖBB durchgeführt wird und vom Verkehrsverbund Vorarlberg und Rhomberg unterstützt wird.
„Der VCÖ-Mobilitätspreis macht sichtbar, wie viele innovative Projekte es bereits gibt, die Mobilität nachhaltig, effizient und innovativ gestalten. Diese Beispiele zeigen, wie die Mobilität der Zukunft konkret umgesetzt werden kann – deshalb unterstützen wir als ÖBB den VCÖ-Mobilitätspreis auch heuer wieder sehr gerne“, sagt Michael Mangeng von der ÖBB-Infrastruktur AG.
Die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig und gefragt innovative Mobilitätsprojekte sind. Beispielsweise Projekte, die den Spritverbrauch und den Energieverbrauch deutlich reduzieren, etwa durch Maßnahmen von Unternehmen oder Gemeinden, die zum Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad motivieren oder das Bilden von Fahrgemeinschaften unterstützen. Oder Maßnahmen, die Kindern und Jugendlichen eine sichere und gesunde Mobilität zu Fuß und mit dem Fahrrad ermöglichen. Oder Firmen und Transportunternehmen, die Güter mit Elektro-Lkw oder auf der Schiene transportieren. Oder Wohnbauträger und Initiativen, die Carsharing oder Bikesharing forcieren. Ein Schwerpunkt wird heuer beim VCÖ Mobilitätspreis auch auf Digitalisierung und andere technologische Innovationen gesetzt, die es der Bevölkerung erleichtern, umweltverträglich mobil zu sein.
Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus?
„Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis holen wir ein Stück Zukunft in die Gegenwart. Schon heute lassen sich einige Zukunftsentwicklungen erkennen, wie selbstfahrende Fahrzeuge und Sharing Mobility“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Auch Landesstatthalter Bitschi verweist auf die Bedeutung des autonomen Fahrens für eine zukunftsfähige Mobilität: „Autonome Mobilität bietet großes Potenzial im Personenverkehr, vor allem bei der sogenannten First und Last Mile. Als Ergänzung zum bestehenden öffentlichen Verkehr lassen sich so Mobilitätslücken schließen und bestehende Systeme sinnvoll unterstützen.“
Selbstfahrende Fahrzeuge: In Europa werden vollautomatisierte Busse in dutzenden Städten für den Linienbetrieb getestet. Selbstfahrende Busse sollen bestehende Angebote gezielt ergänzen. Kleine selbstfahrende Busse können weitläufige Siedlungsgebiete oder Gewerbegebiete in peripheren Lagen bedienen, die für größere Busse zu wenig Fahrgäste hätten. Es besteht aber auch die Gefahr, dass Robo-Taxis von internationalen Konzernen den Öffentlichen Verkehr schwächen. Deshalb ist es wichtig, vollautomatisierte Busse in das öffentliche Verkehrssystem zu integrieren.
Zudem sind auf Bundesebene gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, wie etwa die Begrenzung der Flottengröße von Robo-Taxis, die Einschränkung der Betriebsgebiete inklusive verpflichtender Ausdehnung auf periphere Lagen sowie verpflichtende Ein- und Ausstiegszonen, damit Robo-Taxi-Angebote eine sinnvolle Ergänzung des Öffentlichen Verkehrs sind.
Auch Sharing-Mobility ist eine Zukunftsentwicklung, die unsere Mobilität effizienter und nachhaltiger machen kann. Derzeit ist ein Auto im Schnitt nur eine Stunde pro Tag ein Fahrzeug, 23 Stunden am Tag aber ist es ein Stehzeug, das auf einem Parkplatz steht. Durch SharingMobility kann mit weniger Fahrzeugen die gleiche Mobilität erreicht werden, was Kosten spart und Staus reduziert. Um 1.000 Personen zu transportieren sind beim derzeitigen Besetzungsgrad 880 Autos unterwegs. Gelingt es den Besetzungsgrad auf durchschnittlich zwei zu erhöhen, braucht es 380 Autos weniger. 380 Autos ergeben stehend aneinandergereiht eine mehr als zwei Kilometer lange Autoschlange, verdeutlicht der VCÖ. Dass es einiges an Potenzial für Sharing Mobility gibt, verdeutlicht auch dieses Faktum: Gleichzeitig sind in Österreich maximal zehn Prozent der Pkw im Einsatz.
Informationen und Einreichunterlagen VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg: www.vcoe.at
- Redaktion
- Gerhard Wirth
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