Medieninformation Freitag, 08.05.2026, 08:21 Mit Drug Checking gegen steigende Gefahr durch riskante Substanzen Landesrätin Rüscher: Niederschwelliges Angebot stärkt Risikobewusstsein und schützt Gesundheit

Bregenz (VLK) – Seit Ende 2025 wird Drug Checking in allen Vorarlberger Bezirken sowie im Bregenzerwald angeboten. Substanzproben können anonym abgegeben werden, die Analyseergebnisse werden im Rahmen eines ebenfalls anonymen Reflexionsgespräches mit erfahrenen SuchtberaterInnen besprochen. Das Angebot ist sehr gut angelaufen und wird bereits gut genutzt.

Erste Auswertungen zeigen: Der regionale Drogenmarkt ist von steigenden Risiken geprägt– insbesondere durch hochreine Substanzen, Fehldeklarationen und das Auftreten neuer psychoaktiver Subtanzen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass Drug Checking wirkt. In mehreren Fällen haben sich NutzerInnen nach der Analyse bewusst gegen den Konsum entschieden. Zudem konnten etliche Personen erfolgreich in weiterführende Beratungsangebote vermittelt werden. „Drug Checking ist ein wichtiges und wirksames Angebot im Bereich der Suchtprävention. Es schafft Klarheit in einem zunehmend unübersichtlichen Markt und hilft, gesundheitliche Risiken besser einzuschätzen. Besonders wichtig ist, dass wir damit Menschen erreichen und mit ihnen ins Gespräch kommen“, betont Landesrätin Martina Rüscher.


Extrem hochdosiertes Ecstasy, Kokain mit sehr hohem Reinheitsgrad, Substanzen unbekannter Art sind nur einige Beispiele, die derzeit häufig in den öffentlichen Substanzwarnungen des Drug Checking-Angeboten zu lesen sind. Der Konsum hochdosierter Drogen kann nachhaltige und schwerwiegende gesundheitliche Risiken nach sich ziehen. Krampfanfälle, Halluzinationen, in weiterer Folge Depressionen, Konzentrations- und Schlafstörungen sind mögliche Konsequenzen. Der regelmäßige Konsum von „Partydrogen“ erhöht die Wahrscheinlichkeit bleibender Hirnschäden. Besonders problematisch ist, dass auf dem Schwarzmarkt keine Qualitätskontrollen bestehen. KonsumentInnen wissen daher oft nicht, welche Substanzen und Wirkstoffgehalte tatsächlich enthalten sind. Ein zusätzlicher Risikofaktor ist das vermehrte Auftreten neuer psychoaktiver Substanzen, etwa synthetischer Cannabinoide, deren Wirkung schwer einschätzbar ist

Die Analyse von 37 Substanzproben im ersten Quartal 2026 zeigt eine klare Dominanz von Kokain (46 Prozent der Proben), häufig mit sehr hoher Reinheit von bis zu 99 Prozent. Auch Amphetamin wurde regelmäßig nachgewiesen – jedoch mit stark schwankenden Wirkstoffgehalten und teils hohen Beimengungen wie Koffein. Besonders alarmierend sind Einzelfälle hochpotenter Substanzen wie Methamphetamin (nahezu rein) sowie hochdosiertes MDMA (z.B. in Form von Ecstasy), das ein erhebliches Risiko für Überdosierungen darstellt. KonsumentInnen können die tatsächliche Stärke und Zusammensetzung der Substanzen kaum einschätzen. Rund 16 Prozent der analysierten Proben wichen von der erwarteten Substanz ab. Diese Unsicherheiten erhöhen das Risiko ungewollter Wirkungen und gesundheitlicher Schäden erheblich, die Folgen sind potenziell lebensgefährlich.

Mit Drug Checking kann Klarheit geschaffen werden. Es ermöglicht frühzeitige Warnungen, liefert den KonsumentInnen wichtige Informationen und unterstützt gesundheitsbezogene Entscheidungen. Gleichzeitig liefert es wertvolle Daten für Prävention, Suchthilfe und Monitoring.

Neben der individuellen Beratung liefert das Angebot auch wertvolle Daten für Prävention, Suchthilfe und Monitoring. Die starke Nutzung – insbesondere im Oberland sowie über anonyme Abgabeboxen in Feldkirch und Bregenz – unterstreicht die Bedeutung niederschwelliger und anonymer Zugänge.

„Ein besonderer Dank gilt allen MitarbeiterInnen und Systempartnern, die dieses Angebot mit großem Engagement tragen und weiterentwickeln. Drug Checking ist ein wichtiger Baustein in der Vorarlberger Suchtpolitik und ein Angebot, das bei den Menschen ankommt“, betont Rüscher abschließend.

Weitere Informationen und aktuelle Substanzwarnungen unter: https://checkklug.at

Redaktion
Gerhard Wirth

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