Medieninformation Mittwoch, 22.04.2026, 07:30 LR Rüscher: „Zusammenlegung sichert Qualität und Zukunftsfähigkeit“ Medizinische Gründe für die Zusammenlegung der Gynäkologie und Geburtshilfe im Unterland übersichtlich dargestellt

Bregenz (VLK) – Die Zusammenlegung der Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe an einem gemeinsamen Standort im Unterland stellt eine strategische Entscheidung dar. Ziel ist eine medizinisch hochwertige, personalfreundliche und zukunftsfähige Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und gynäkologisch erkrankten Frauen in der Versorgungsregion Rheintal-Bregenzerwald. „Die Zusammenführung ist eine Investition in die bestmögliche Versorgung, keine Sparmaßnahme. Größere Teams, klarere Strukturen und verlässlich verfügbare Expertise erhöhen Qualität und PatientInnensicherheit. Ich danke Prim. Michael Rohde für Zusammenfassung der medizinischen Fakten“, betont Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher.

Ein neu erschienener Artikel auf der Informationsseite zum Spitalscampus legt aus Sicht von Prim. Dr. Michael Rohde die fachlichen Gründe für die Zusammenlegung kompakt und transparent dar:

https://vorarlberg.at/-/fakten-zusammenlegung-geburtshilfen-im-unterland

Im Folgenden ist eine kurze Übersicht dieser Gründe dargestellt.

Medizinische Qualität und PatientInnensicherheit

Größere geburtshilfliche und gynäkologische Einheiten sammeln durch höhere Fallzahlen mehr Erfahrung in kritischen und seltenen Situationen – etwa bei Schulterdystokie oder schweren Nachblutungen nach der Geburt. Das stärkt die Routine von Teams und erhöht die Geschwindigkeit und Sicherheit in Notfällen. Gleiches gilt für gynäkologisch-onkologische Eingriffe und die pränataldiagnostische Abklärung.

Mitarbeitendenbedürfnisse und Aus- und Weiterbildung

Moderne Geburtshilfe erfordert rund um die Uhr vollständig verfügbare Teams aus FachärztInnen, Hebammen sowie OP-, Anästhesie- und Neonatologie-Fachpersonal. Dies ist an kleineren Standorten zunehmend schwer aufrechtzuerhalten. Größere Einheiten erleichtern die Einhaltung des Arbeitszeitrechts, erhöhen die Resilienz gegenüber kurzfristigen Dienstausfällen und ermöglichen attraktive Teilzeit- und Dienstmodelle – ein entscheidender Faktor, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. „Mit der Bündelung schaffen wir ein starkes, interdisziplinäres Team und ein Umfeld, in dem ÄrztInnen und Hebammen verlässlich planen, sich spezialisieren und kontinuierlich Erfahrung aufbauen können“, unterstreicht Landesrätin Rüscher.

Die Zusammenlegung schafft zudem die Voraussetzungen für Spezialisierungen und Zertifizierungen, die Mindestfallzahlen voraussetzen – etwa als Brustzentrum (EUSOMA/ÖGGO) oder perinataler Schwerpunkt. Auch die ärztliche Aus- und Weiterbildung profitiert: Ein breiteres Fallspektrum, mehr TutorInnen und SupervisorInnen sowie strukturell gesicherte operative Richtzahlen sichern eine qualitativ hochwertige Facharztausbildung und erhöhen die Attraktivität als Ausbildungsstätte.

Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit

Ein gemeinsamer Standort ermöglicht eine effizientere Nutzung medizinisch-technischer Ausstattung, eine Optimierung der Bettenauslastung und Synergien in Beschaffung und Verwaltung. Gleichzeitig werden Schnittstellen reduziert: PatientInnenakten, Befunde und Behandlungspläne sind durchgängig verfügbar und Übertragungsaufwände entfallen.

Wissenschaft und Innovation

Für Forschung und Innovation sind kritische Fallmengen und stabile Strukturen entscheidend. Größere PatientInnenkollektive erleichtern die Teilnahme an Studien, beschleunigen die Einführung neuer Techniken (zum Beispiel in der geburtsmedizinischen Ultraschalldiagnostik) und erhöhen die Sichtbarkeit als wissenschaftliches Zentrum.

Entwicklungspotential

Die Bündelung folgt auch der fachlichen Entwicklung hin zu Schwerpunktzentren und unterstützt die Einhaltung von Mindestmengen und Standards (zum Beispiel in der Perinatalversorgung). Strukturell starke Einheiten vereinen Qualität und Wirtschaftlichkeit und sind dadurch widerstandsfähiger gegenüber künftigen Anforderungen und Anpassungsdiskussionen. Zugleich eröffnet die Neugestaltung die Chance, moderne Modelle wie das „Zero Separation Konzept“ und eine durchgängig familienzentrierte Versorgung zu verankern.

„Wir nutzen die Zusammenlegung, um Prozesse konsequent am Wohl der Patientinnen und Patienten auszurichten. Das sichert die medizinische Qualität und schafft planbare Arbeitsbedingungen“, bekräftigt Landesrätin Rüscher.

Weiterführende Informationen

Alle Entscheidungsgrundlagen rund um den Spitalscampus sind auf folgender Webseite verfügbar: www.vorarlberg.at/spitalscampus

Redaktion
Mathias Bertsch

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