Medieninformation Donnerstag, 07.05.2026, 11:25 LH Wallner: „Regional fördern, regional entscheiden – so wirkt Europa“ Landeshauptmann macht sich in Brüssel stark für Regionen: eigenständige Regionalförderung, klare Mitsprache und weniger Bürokratie

Brüssel (VLK) – Am Rande der Plenarsitzung des Ausschusses der Regionen (AdR) traf Landeshauptmann Markus Wallner heute (7. Mai) den für Kohäsion und Reformen zuständigen Vizepräsidenten der EU-Kommission, Raffaele Fitto. Im Fokus der Debatten vor Ort und des Austauschs mit Fitto stand vor allem die Zukunft der Verteilung von EU-Mitteln ab 2028, konkret die der Förderungen der Regionen (Kohäsionspolitik). In seiner Funktion als AdR-Vizepräsident sowie als Leiter der österreichischen Delegation stellte Wallner dazu klar: „EU-Förderungen müssen dort entschieden werden, wo die Projekte entstehen – nicht zentralisiert, sondern in den Regionen.“

Die Europäische Kommission schlägt pro Mitgliedstaat einen großen Nationalen und Regionalen Partnerschaftsplane (NRPP) vor, in dem viele Fonds zusammengeführt werden. Wallner machte deutlich, dass die Programme eigenständig bleiben und die Länder verbindlich mitentscheiden sollen. „Wir wollen keinen Einheitsplan, sondern starke, maßgeschneiderte Programme, die zielsicher in der Region wirken – nahe an Betrieben, Gemeinden und Forschung.“ Regional fördern, regional entscheiden, so gehe das europäische Erfolgsrezept auf, ist Wallner überzeugt.

Vereinfachung ja, Zentralisierung nein: Landeshauptmann Wallner unterstützt den Abbau unnötiger Bürokratie, einen Fokus auf Ergebnisse sowie einfachere Kontrollen und schnellere Genehmigungen in Krisen. Gleichzeitig fordert er flexible Programme und klare Rechte für die Regionen – von der Planung bis zur Vergabe. Die Inhalte der Programme sollen weiterhin direkt von den Regionen bestimmt und von diesen selbst umgesetzt werden – im Rahmen einer europäischen Strategie. „Vereinfachung darf kein Deckname für Zentralisierung sein“, so der Landeshauptmann. 

EU Mittel bringen großen Nutzen für Vorarlberg
Wallner betonte die Bedeutung von EU-Förderungen für die Entwicklung der Standorts Vorarlberg. Im Zeitraum von 2021 bis 2027 fließen durch die EU-Förderungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) Mittel in Höhe von rund 250 Millionen Euro nach Vorarlberg, die für die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung bestimmt sind. Aus dem EU Regionalfonds (EFRE) stehen von 2021 bis 2027 knapp 19 Mio. Euro für Vorarlberg bereit, 7,3 Mio. sind bereits gebunden – das stärkt Investitionen in Innovation und Klimaschutz. Der EU Sozialfonds (ESF+) bringt 7,7 Mio. Euro für Arbeit, Bildung und soziale Teilhabe. Mit INTERREG werden grenzüberschreitende Projekte im Bodenseeraum umgesetzt: Im Programm Alpenrhein–Bodensee–Hochrhein fließen 47,6 Mio. Euro EU Mittel in gemeinsame Vorhaben, der größte Teil davon ist bereits gebunden; im Programm Bayern–Österreich beteiligt sich Vorarlberg mit 0,7 Mio. Euro EFRE Mitteln. Grenzübergreifende Kooperation sei eine Trumpfkarte Vorarlbergs, so Wallner: „Der Bodenseeraum zeigt, wie Zusammenarbeit wirkt – diese Stärke werden wir konsequent ausbauen und ausspielen.“
 

Redaktion
Mathias Bertsch

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