Medieninformation Montag, 13.04.2026, 17:55 Länder setzen gemeinsame Linie für starke Fachhochschulen Erstes Koordinierungstreffen in Salzburg: Länder fordern vom Bund verlässliche Finanzierung und modernere Rahmenbedingungen
Salzburg/Bregenz (VLK) – Fachhochschulen sind für Österreichs Regionen ein zentraler Pfeiler des Hochschul-, Forschungs- und Innovationssystems. Sie sichern Fachkräfte, stärken den Wissens- und Technologietransfer und verbinden akademische Ausbildung mit konkreter Anwendung in Wirtschaft und Gesellschaft. Gerade weil die Fachhochschulen für alle Bundesländer von großer Bedeutung sind, haben sich die für das Fachhochschulwesen zuständigen Mitglieder der Landesregierungen auf Initiative Vorarlbergs am Montag (13. April) in Salzburg erstmals zu einem gemeinsamen Koordinierungstreffen zusammengefunden. Das Ergebnis ist eine einstimmig getragene gemeinsame Linie der Länder mit klaren Erwartungen an den Bund.
Barbara Schöbi-Fink, Landesrätin für Wissenschaft und Weiterbildung, betonte zum Auftakt: „Fachhochschulen sind für unsere Länder weit mehr als Ausbildungsstätten. Sie sind Motoren für Fachkräftesicherung, Innovation und regionale Entwicklung. Wenn wir wollen, dass diese Stärke in allen Regionen Österreichs erhalten und weiter ausgebaut wird, dann braucht es auf Bundesebene verlässliche und zeitgemäße Rahmenbedingungen. Genau deshalb war es wichtig, dass die Länder hier erstmals gemeinsam an einem Tisch sitzen.“
Vielerorts sind die Länder Träger, Mitfinanzierer und strategische Partner der Fachhochschulen. Sie tragen damit Verantwortung für die Weiterentwicklung eines Sektors, der in den vergangenen Jahrzehnten stark an Bedeutung gewonnen hat und heute in allen Regionen Österreichs einen wesentlichen Beitrag zur Hochschulbildung und zur angewandten Forschung leistet.
Finanzierung mit Planungssicherheit
Ein zentrales Thema des Treffens war die Finanzierung. Die Länder fordern den Bund auf, rasch einen neuen Fachhochschul-Entwicklungs- und Finanzierungsplan vorzulegen und damit Planungssicherheit für die kommenden Jahre zu schaffen. Aus Sicht der Länder braucht es ein Finanzierungsmodell, das den realen Kostenentwicklungen Rechnung trägt und den Fachhochschulen verlässliche Perspektiven eröffnet. Dazu gehört auch eine stabile Grundlage für Forschung und Entwicklung. Denn angewandte Forschung ist ein wesentlicher Teil des Profils der Fachhochschulen und ein wichtiger Hebel für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und regionale Wertschöpfung.
„Wer von Fachhochschulen erwartet, dass sie Fachkräfte ausbilden, Innovationen vorantreiben und Unternehmen bei Transformation und Technologietransfer unterstützen, muss ihnen dafür auch verlässliche Rahmenbedingungen geben“, so Schöbi-Fink. „Es geht nicht um kurzfristige Einzelmaßnahmen, sondern um Planbarkeit, Qualität und Entwicklungsmöglichkeiten.“
Qualitätssicherung
Ein zweiter einstimmig getragener Beschlusspunkt betrifft die Qualitätssicherung und Akkreditierung. Die Länder sprechen sich dafür aus, die bestehenden Verfahren deutlich zu vereinfachen und stärker an der institutionellen Qualitätssicherung auszurichten. Ziel ist es, Fachhochschulen mit bewährten Qualitätsmanagementsystemen mehr Handlungsspielraum bei der Weiterentwicklung ihrer Studienangebote zu geben. Gerade in dynamischen Zukunftsfeldern braucht es aus Sicht der Länder mehr Agilität, damit neue Anforderungen rascher in Ausbildung und Weiterbildung aufgenommen werden können.
„Qualität und Flexibilität sind kein Widerspruch – im Gegenteil“, betonte Schöbi-Fink. „Wenn Fachhochschulen rascher auf technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen reagieren können, stärkt das den Standort und nützt den Studierenden ebenso wie den Betrieben.“
Die Länder halten fest, dass die Weiterentwicklung der Fachhochschulen eine zentrale Zukunftsfrage für den gesamten Standort Österreich ist. Regionen brauchen starke Partner in der tertiären Bildung, in der anwendungsorientierten Forschung und im Wissenstransfer. Fachhochschulen leisten hier einen wichtigen Beitrag – nahe an den Menschen, nahe an den Betrieben und nahe an den konkreten Herausforderungen der Zeit.
Promotionsrecht im Fokus
Ein weiteres wichtiges Thema für die Weiterentwicklung und Stärkung der Fachhochschulen ist das Promotionsrecht. Vorarlberg wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass beim Promotionsrecht für forschungsstarke Fachhochschulen eine tragfähige bundesweite Lösung erreicht wird. Gerade für einen innovationsstarken Standort ist es wichtig, wissenschaftlichen Nachwuchs zu halten, Forschungskarrieren an Fachhochschulen zu ermöglichen und anwendungsorientierte Forschung gezielt zu stärken.
Regelmäßiger Länderdialog geplant
Das heutige Treffen in Salzburg soll daher nicht einmalig bleiben. Die Länder wollen das neue Koordinierungsformat künftig regelmäßig fortsetzen, um gemeinsame Positionen abzustimmen und bundespolitische Handlungsfelder frühzeitig zu adressieren. Schöbi-Fink dazu: „Es war richtig und notwendig, dieses Format jetzt auf den Weg zu bringen. Die Länder haben bei den Fachhochschulen gemeinsame Interessen – und diese Interessen sollen künftig auch regelmäßig gemeinsam eingebracht werden.“
Mit der nun vorliegenden gemeinsamen Linie senden die Länder ein klares Signal: Österreich braucht starke Fachhochschulen in allen Regionen – und dafür braucht es verlässliche Finanzierung, moderne Strukturen und einen bundespolitischen Rahmen, der Entwicklung ermöglicht statt sie auszubremsen.
- Redaktion
- Monika Bertsch
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